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8 Mai 2012

Es ist nicht klug, den Song Contest zu boykottieren

Erstellt von Bobsmile. Keine Kommentare

Der Eurovision Song Contest findet 2012  in Aserbaidschan statt, einem Land, in dem die Menschenrechte von der Regierung verletzt werden.

“Es ist nicht klug, den Song Contest zu boykottieren”

Das sage nicht ich, oder irgend ein westlicher Politiker, sondern der in London studierende Blogger und Aktivist Emin Milli im Interview mit Reporter ohne Grenzen.  Er ruft auf zum Hinschauen, man solle sich ein Bild machen von diesem für uns eher unbekannten Land, das 80 Prozent der Staatseinnahmen direkt aus dem Öl- und Gasexport bezieht.

Emin Milli:
[...]  Aber Menschenrechte werden nicht nur durch das autokratische System Aserbaidschans verletzt. Die Menschenrechte werden auch durch armenische Aggressionen in Mitleidenschaft gezogen. Armenien hält nach dem Konflikt um Karabach[->wiki:Bergkarabach] rund 16 Prozent unseres Territoriums besetzt. Das Ergebnis sind hunderttausende Flüchtlinge und Vertriebene. Die internationale Gemeinschaft neigt dazu, die armenischen Aggressionen unter den Tisch zu kehren. Der ESC ist eine einzigartige Chance, eine große internationale Aufmerksamkeit auf diese beiden Dimensionen der Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan zu lenken. [...]

The Show must go on

Aber ist es nicht so, dass sich die Veranstalter, Künstler und TV Zuschauer nur eine schöne Schow wünschen und sich nicht mit dem Leid ausserhalb der halbtransparenten Fassade der von der Thurgauer Firmengruppe Nüssli und anderen in Rekordzeit von 8 Monaten aus dem Boden gestampften “Baku Crystal Hall”  auseinandersetzen wollen?

Wieviel menschliches Leid nur alleine schon für die Errichtung dieser Halle generiert wurde, zeigt dieser aufrüttelnde Bericht von Peter-Philipp Schmitt in der FAZ.


(© Peter-Philipp Schmitt FAZ)

Doch die Halle steht inzwischen, die Leute sind vertrieben, ob wenigstens der Aufruf von Emin Milli etwas Wirkung zeigt:

[...] ich erwarte, dass die Sänger und Künstler ihre Lieder den politischen Gefangenen widmen und ihre Freilassung fordern werden – während der Live-Übertragung.

Ich orakle mal, mehr als ein Solidaritätsbändeli am linken Handgelenk oder eine im Glitzerglamour untergehenden Anstecknadel am Jakett werden wir beim ESC nicht zu sehen bekommen. Und nach dem 26.Mai hat es einfach ein paar pompöse Gebäude mehr, ein paar Wohnungen weniger und Menschen, die auf ihren Koffern mit den letzten Habseligkeiten sitzen und auf ihre vergessene Abfindung warten.

Aber vielleicht kommt ja auch alles ganz anders? Zu wünschen wäre es Emin Milli, wenn er im September ausstudiert hat und in sein Land zurückkehrt.
Zu sehen, dass der ESC vielleicht doch noch politisch etwas ins Rollen gebracht hat.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.


Bei der Augenreiberei.ch beschäfftig man sich diese Tage auch mit dem Thema Menschenrechte und Sport-Events:

3 Mai 2012

Der Schrei der Natur

Erstellt von Bobsmile. 2 Kommentare

Als ich heute von der abenteuerliche Summe über 120 000 000 Dollar für das Gemälde “Der Schrei” von Edvard Munch las,wurde mir selbst kurz schwindlig.

(Bildquelle: munch.museum.no)

Durch die Meldung zum Guugeln animiert, lernte ich sogar etwas dazu. Denn nicht etwa die Person auf dem Bild schreit, wie ich immer bis anhin angenommen hatte,  sonder die Natur um sie herum.

So schrieb etwa Munch selbst über sein Bild:

’I was walking along a path with two friends – the sun was setting – suddenly the sky turned blood red – I paused, feeling exhausted, and leaned on the fence – there was blood and tongues of fire above the blue-black fjord and the city – my friends walked on, and I stood there trembling with anxiety – and I sensed an infinite scream passing through nature.’

“… und ich stand da zitternd vor Angst – und ich spürte einen unendlichen Schrei durch die Natur ziehen.”

Jo, das ist natürlich ganz was anderes, und deshalb hält sich Edvard Munch hier auch die Ohren zu, so viel Geschrei hält ja kein Mensch aus.
Und endlich wird mir auch die Verwendung des Gemäldes  als Symbolbild von psychischen Erkrankungen klar. Die schmerzhafte Pein eines dich alles erdrückenden Umfelds.

“Burnout” wäre in der heutigen Zeit wohl auch ein guter Titel für dieses Bild.

 

 

2 Mai 2012

Sind Greenpeace Aktionen ein Auslaufmodell?

Erstellt von Bobsmile. 1 Kommentar

(Fukushima I – Dampf und Rauch über Block 3)

Seit der Nuklearkatastrophe in Fukushima 2011 ist wohl dem hintersten und letzten Ofenbänkler klar, welch gravierende Auswirkungen ein havariertes Kernkraftwerk auf die Umwelt, und somit für Mensch, Tiere, Pflanzen hat.

Da wirken solche Aktionen, wie der “Luftangriff” auf ein französisches Kernkraftwerk des motorisierten Gleitschirmaktivisten schon fast verzweifelt.

Spektakuläre Greenpeace-Aktion wenige Tage vor der Stichwahl in Frankreich:
Ein Deutscher überflog mit einem motorisierten Gleitschirm das Atomkraftwerk in Bugey und warf eine Rauchbombe auf das Dach der Anlage. Damit sollten die Sicherheitsrisiken der Reaktoren aufgezeigt werden.
(Spiegel-Online)

 

(Bildquelle: Spiegel-Online)

 

Allerdings zerrt diese rührige, wie tollkühne Fliegeraktion, im Schlepptau gravierende Fakten ans Tageslicht: Anders als zum Beispiel in Deutschland, wird die Möglichkeit eines Flugzeugabsturzes gar nicht  im Stresstest für solche Anlagen einbezogen

Am Sonntag kommt es zur Stichwahl zwischen Präsident Nicolas Sarkozy und seinem Herausforderer François Hollande. Beide wollen an der Atomkraft festhalten. Hollande will allerdings schrittweise umsteuern und in der nächsten Amtszeit das mehr als 30 Jahre alte, besonders umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland abschalten.
(Spiegel-Online)

Ist zu hoffen, dass wir auf unserem Weg zum Ausstieg, nie auf französischen (Atom-)Stromimport angewiesen sein werden, echte Alternativen sind gefragt, und die wollen auch erst noch realisiert werden, was angesichts dem steinigen Weg durch alle Mitsprache-Instanzen in Politik, Umwelt und Wirtschaft, noch etwas dauern wird.

Fazit
Das Aufzeigen der Gefahr von AKWs durch spektakuläre Aktionen ist meiner Ansicht nach Eulen nach Athen getragen.

Gefragt sind vielmehr Ideen, wie wir den Stromverbrauch senken und die Erzeugung auf umweltverträgliche Quellen verlagern können. Und wie wir die Entscheidungsträger dazu bringen, in die Gänge zu kommen. Denn, Solarzellen auf jedes Dach zu bringen, ist das eine, der länderübergreifende Ausbau der Stromnetze das andere, wohl grössere Problem.

 

 

 

30 Apr 2012

Handysucht (nicht nur) bei Jugentlichen verbreitet!

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So wie Studien aus Florida (2007) und aus St.Gallen (2005), hat nun eine weitere Studie in der Schweiz bestätigt: Übermässiger Handykonsum kannmacht süchtig!

(Wer erinnert sich nicht an den Tamagotschi Hype mitte der 90er?)
Bereits 2005 manifesterte sich ein neuer Begriff in der Psychotherapie:

Mobile and Internet Dependency Syndrome (MAIDS) umfasst die Sucht nach Handys bzw. Telekommunikation und nach dem Internet. Dieses Syndrom ist sehr neu und noch nicht zu hundertprozentig anerkannt. In den therapeutischen Standardwerken ISO und MDS fehlt MAIDS derzeit noch.
(Quelle: handy-sucht.ch)

Und, wer schaut heut noch draussen zum Himmel, ob es in der nächsten Stunde regnet? Die Meteo App zeigt einem das doch hübsch animiert. Und nach dem Kinofilm gesellen sich zu den nach einer Zigarette Gierenden auch die Smartphonewhazzupchecker.

Die britische Teleconomy (ein Forschungsinstitut, das sich mit allen Formen der Telekommunikation auseinandersetzt) hat in einer im Jahre 2005 durchgeführten Studie erhoben, dass 26 % der befragten Personen in United Kingdom angaben, nicht ohne Mobiltelefon leben zu können. Professor Michael Hulme, Vorsitzender der Teleconomy, führt hierzu aus, dass ein Merkmal dieser Abhängigkeit darin bestehe, dass diese Personengruppe das Mobiltelefon 24 Stunden eingeschaltet lasse. Die Angst, ein Gespräch zu versäumen, stehe dabei im Vordergrund. Ein versäumtes Gespräch bedeute, vom sozialen Netzwerk abgeschnitten zu werden. Handysüchtige Personen haben ebenfalls große Ängste, empfangene SMS nicht rechtzeitig zu erkennen.
(Quelle: bionity.com)

Facebook, Google+ und Co wirken dabei wie das Nikotin in den Zigaretten, mit aufdringlichen Remindern weisen sie darauf hin, dass man möglicherweise wichtige Sachen von “Freunden” verpasst habe.

Ein Mobilfunkanbieter hatte mal den Werbespruch: “Wir reden immer öfters miteinander.” In Zeiten von Smartphones aber wohl eher sprachlos.

(Bild: loslachen.ch)

9 Apr 2012

Launiger Ostermontag

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Was macht man an einem trüben Ostermontag, wenn die Lufttemperatur und die Stimmung gegen Null zeigen?
Am besten etwas, das die Laune verbessert. Und so schnappte ich meine Nikon, fuhr an den See und spazierte von Nidau nach Biel. Es war der richtige Moment, um mit der Kamera zu experimentieren. Ich entschied mich für das Schwarzweissprogramm. Die Temperatur blieb im Keller, die Stimmung aber hob sich, Schritt für Schritt …

6 Apr 2012

Frohe Ostern

Erstellt von Bobsmile. 2 Kommentare

Jedem sein Ei, dachte sich Musikprojekt -Kollege Richu und kreierte uns individuelle Osternester.
Wirklich eine gelungene Überraschung und bevor das Piano Egg den Esstod stirbt, halte ich es noch schnell im Bild fest:

Frohe Ostern!

 

 

30 Mrz 2012

Feierabendrunde Gurnigel

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Während die einen noch die letzten guten Schneeverhältnisse auf ihren Holzbrettern auskosten,

haben wir schon mal den Asphalt hoch zum Gantrisch getestet.

Die Passstrasse war schneefrei, nur die geplante Durchfahrt durchs Seelital war noch gesperrt.
(Aus purer Gewohnheit – oder war’s Schneeblindheit? ;) -  bin ich doch tatsächlich ins Fahrverbot reingerasselt.)

Scharf gebremst und einmal Wenden.  Der kleine Umweg hinunter nach Sangernboden und wieder hoch nach Riffenmatt war auch nicht zu verachten.
So cruisten Sohnemann und ich bei toller Aussicht dem Feierabendbier entgegen.

:D


Und für die letzten Schneegeniesser gibts hier hübsche Aufnahmen aus der Region:

22 Mrz 2012

Zungenbrecher: DRS3 wird zu “Radio SRF 3″

Erstellt von Bobsmile. 2 Kommentare

“Neu ist immer besser!”,  lehrt uns schon Barney Stinson aus der Serie How I Met Yout Mother.

Doch im Fall des neune Auftritts der Sendegefässe von “Schweizer Radio und Fernsehen” (SRF) scheint das nicht ganz zu stimmen.

 

“Hallo, mir chömet jetzt zu üsem Morgespiel ABC Radio SRF drüü!”

Insidergerüchten zu Folge sollen gewisse DRS3, pardon Radio SRF 3 Moderatoren bereits Inhouse-Sprachtrainingskurse belegt haben.

;)

Und was soll die schwarze Farbe? Will man dem Einheitsbreihitradio wenigstens optisch wieder einen reaktionären Anstrich verpassen? Ach wie war das erfrischend, als das dritte Sendegefäss noch den Ruf des “amtlich bewilligten Störsenders” (O-Ton Dänu Bömle) besass.

Wenn man aus einer kurzen knackigen Marke, etwas künstlich corporate identity mässiges zusammenbastelt, kann der Schuss auch schon mal nach hinten los gehen.

Wir erinnern uns:

Aus SRG wurde 

und die passende domäne lautete: www.srgssrideesuisse.ch

Ab 1.Januar 2011 kürzte man das ganze wieder zurück, und warum? Weil es weniger Platz auf der Visitenkarte benötigt. :P

(ganz ohne schweizer idee)

 

Vielleicht kommt man nach dem Rechststreit mit Schawinskis Radio 1 wieder zurück zu DRS1,2,3.

Die Swissair hat’s uns schliesslich vorgemacht:

ab 2002

ab August 2011:

… und das air kriegen sie sicher auch wieder drangepappt.

:D

 

 

21 Mrz 2012

Tag der Poesie

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Die UNESCO rief den 21.März im letzten Jahr des vergangenen Jahrtausends zum Tag der Poesie aus. Der damalige UNESCO Chef, Koïchiro Matsuura, bezeichnete die Poesie als Brücke vom Individuum zur Gruppe.

“In a constantly evolving world, a world of rapid change and social transformation, poets have a presence alongside civil movements and know how to alert consciences to the world’s injustices as well as encourage appreciation of its beauty. We can also see potential in new technologies and short messages that circulate on social networks, breathing fresh life into poetry, fostering creativity and the sharing of poems and verses that can help us to engage more fully with the world.”

Irina Bokova, Director-General of UNESCO

(Quelle: un.org )

 

 Somit sind Blogs also reinste Poesie.  :D

19 Mrz 2012

Neu ist nicht immer besser …

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Irgendwie fehlte mir meine alte Tapete, also, was soll’s, gibt’s meinen Blog halt wieder im ursprünglichen Myst-Outfit zu sehen.
Neu ist nicht immer besser, auch wenn How I Met Your Mother Darsteller Barney Stinson da was anderes behauptet.

:D