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SDA-Meldung: Israelin stolpert gleich zweimal

Da rieb ich mir beim Durchlesen meiner Tageszeitung ganz kurz die Augen. Eine Frau hatte in Bet Sche’an zufällig zwei Büsten entdeckt, die mutmasslich der Regen freigewaschen hatte. Ist jetzt nicht so aussergewöhnlich, da der Fundort ja bereits eine Ausgrabungsstätte ist. Nein,  interessanter ist die Meldung selber, denn sie wurde gleich zweimal in der gleichen Ausgabe „Der Bund“ abgedruckt. Einmal im „Kleinen Bund – Finale“ und einmal im Panorama-Teil der letzten Seite.

Entweder hatten die beiden Redaktionsteams bereits zu tief ins Silvesterglass geschaut oder sich einfach nicht abgesprochen. Jedenfalls wurde der Artikel leicht unterschiedlich redigiert. Einmal wurde der Text mit Tel Aviv und andererseits mit Jerusalem verortet. Auch die Titelzeile gibt die Charakteren der unterschiedlichen Redaktionen wider:

Team Panorama: „Israelin stolpert über lebensgrosse Köpfe aus der Römerzeit“
Team Finale: „Israelin stolpert über Büsten aus der Römerzeit“

Fazit: Bei aller Peinlichkeit, dass eine SDA-Meldung mehrfach in den Spalten auftaucht, so zeigt das unterschiedliche Erscheinungsbild, dass immer noch Menschen dahinter stehen, die diese Meldungen aufbereiten. Allerdings sollten sich die Redaktionen untereinander über ihre verwendeten Spaltenfüller einigen, damit beim zahlenden Leser nicht das Gefühl über fehlende Qualitätsstandards aufkommt.

 

 

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Und was liegt bei dir auf dem Nachttisch?

Bei mir ist es Arnaldur Indriðason – mehrfach!

Warum? Weil meine Frau mir bereits mit drei Büchern voraus eilt. 😀

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Mehr durch Zufall stiessen wir auf diesen Isländischen Krimiautoren, den uns zum Glück eine Buchhändlerin empfohlen hatte. Schon die ersten Seiten von „Menschensöhne“ weckte die Neugier in mir und liess mich bis zum Ende nicht los. Arnaldur Indriðason versteht es meisterhaft, die Spannung bis zum Ende zu halten, und das alles in einem unaufdringlichen Erzählstil, ohne Effekthascherei und konstruierte Winkelzüge. Alles erscheint am Ende logisch und durchdacht. Die verschiedenen Schauplätze werden gut miteinander verwoben, die private Seite des Kommisar Erlendur wird nach und nach enthüllt, von Buch zu Buch erfährt man mehr, auch über seine Mitarbeiter Elinborg und Sigurður Óli.

Ebenfalls spannend ist es, nur durch die Erzählungen ein Stück Island kennen zu lernen, eine Insel auf etwas mehr als 325’000 Leute leben, 2/3 davon in Reykjavík. Helle Sommer, kalte lange Winter, karge Gegenden, eine sich rasch ausdehnende Hauptstadt, ökonimische Landflucht, soziale Eigenarten, zum Beispiel redet sich auf Island jeder mit dem Vornamen an, das war anfangs beim Lesen etwas gewöhnungsbedürftig. 😀

Fazit: Jedes weitere Buch macht Lust auf mehr – und Arnaldur Indriðason hat uns bisher nicht enttäuscht.

Hinweis für Nachahmungstäter: Unbedingt mit seinem ersten Roman „Menschensöhne“ beginnen und dann die Reihenfolge der Erscheinungen einhalten. Auch wenn die Kriminalfälle in sich abgeschlossen sind, die privaten Geschichten ziehen sich über mehrere Bücher und lesen sich in der richtigen Reihenfolge viel besser.


 

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Thorberg „erwirtschaftet“ 5.5 Mio Gewinn!

Da musste ich gestern in meiner Hauszeitun „Der Bund“ zweimal hinlesen. Ein Gefängnis war für mich bisher eine Steuerfinanzierte Institution, welche kriminelle Individuen beherbergt und sie so vor der Gesellschaft schützt. Jetzt lese ich, dass dieser „Betrieb“ 2010 einen Gewinn von
5,5 Millionen ausweist.


(Bildquelle: DerBund online – newsnetz)

Hallo, wie denn das? Gemäss Bericht decken die geregelten Tagesansätze für Kostgeld (Geld, dass die einweisenden Kantone dem Thorberg für die Unterbringung der Häftlinge bezahlen müssen) gerade mal so die Aufwände bei einer Auslastung von 95%. Darüber hinaus kann der Thorberg durch grössere Belegung oder straffere Prozesse einen kleinen(!) Gewinn erzielen.

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Schlammschlacht rund ums Shoah-Business

Ein US-Gericht hat die belgische Autorin einer gefälschten Holocaust-Autobiografie dazu verurteilt, ihrem Verleger 22,5 Millionen Dollar zu zahlen. Die Autorin Misha Defonseca hatte die Erfolgsstory «Leben mit Wölfen» frei erfunden.

Wie scham- und geschmacklos aber auch – könnte man denken.
Beleuchtet man allerdings etwas die Hintergründe, kommt der Verlag Mt. Ivy Press und deren Leiterin, Jane Daniel, ganz schlecht weg. Nicht nur dass sie die phantasievolle Erzählerin Misha Defonseca um ihren Anteil betrogen hat, nein, sie war ursprünglich sogar Auslöser dieses Hoaxes. Ein weiterer unrühmlicher Stein im Shoah-Business (-> Amerikaniserung des Holocaust)

Denn gemäss Henryk M. Broders Ausführungen zur Begegnung 1996, (also noch vor der Veröffentlichung des Buches,) mit den drei Protagonistinnen (Erzählerin Misha Defonseca, Ghostwriterin Vera Lee und Verlegerin Jane Daniel) war die Geschichte alles andere als wasserdicht. Weder schriftliche Belege, noch lebende Zeitzeugen konnten die autobiographischen Erlebnisse Defonsecas untermauern.

Zitat Jane Daniel, Verlegerin:
„Das Buch war meine Idee“, sagt Jane Daniel mit dem Stolz einer Entdeckerin, die bei „Rudis Reste Rampe“ ein echtes Fabergé-Ei gefunden hat.
[…]
„Ich verlege alles, was ich verkaufen kann.“

So so, und jetzt bekommt sie sogar ihre 22.5 Mio Dollar wieder zurück, nachdem sie sich an der gefakten Autobiographie eine goldene Nase verdient hat.
Also wer ist hier nun Betrügerin und wer Betrogene?

Jedenfalls scheinen die Hintergrundberichte zu dem Fall spannender zu sein, als das eigentliche Streitobjekt, die erfundene Geschichte „Leben mit Wölfen“ (im Original: „Misha: A Memoir of the Holocaust Years“).
Denn das gehört definitiv zurück ins persönliche Kopfkino der Misha Defonseca, alias Monique De Wael.

Zitat Defonseca
„This story is mine. It is not actually reality, but my reality, my way of surviving.“ (Quelle: AFP)

Quellen und Artikel zum Thema:

 

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Warnung vor dem toten Winkel

Mit Vergnügen hatte ich mich über die Rubrik Beschildert geschildert bei Flohnmobil amüsiert, als mir dieses Bild im Walliser-Bote auffiel:

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Wenn man den ramponierten Veloständer am unteren Bildrand sieht, kann man sich gut vorstellen, wie sich die eingestellten Fahrräder wohl präsentieren müssen.

😀

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Deplazierte Werbung

Es kommt immer wieder mal vor, dass mit GoogleAdsense plazierte Anzeigen eher de-plaziert wirken!
Pietätslos, aber welchem Fastpresskonsumenten fällt das heute noch auf …

 

Screenshot of 20min online:

Und dann ist die Adresse auch noch falsch geschrieben.
Oder hat auch das Methode? Falsch geschrieben = Hingucker.
Wer wesis ads schno …

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Burgdorfer Krimitage 2012

Einen vergnüglichen Abend versprach unsere Wahl für den diesjährigen Live-Krimiabend:

Franz Xaver Roth, der Autor des Münchner – pardon: Leuterdinger Provinzkrimis „Böser Mann“, gab sich im Bierzelt des Schützenhauses in Burgdorf die Ehre.

Aus seinem eben erst fertig, und noch rechtzeitig für die Lesung vom Verlag frei gegebenen Roman, las der Autor mit feurigen Worten, geprägt von Lokalkolorit seiner Stammkneipe bei sich zu Hause ums Eck, gegen die aufkommende Kälte im Zelt an, da die Heizlüfter zwecks Akustikverbesserung abgeschaltet worden waren. Aber seine Figuren sind geprägt von solch warmem, bodenständigem Charme und die Handlung packte einem sogleich, dass man völlig vergass, dass der Autor über eine Stunde lang vorlas.

„In England“, liess der Autor wissen, „dauern Lesungen knapp zehn Minuten, der Rest der Zeit unterhält man sich mit dem Autor über Politik und Gesellschaft.
Das Burdorfer Publikum war jedenfalls definitv zum Zuhören gekommen und verkroch sich lieber in die warmen Mäntel, nicht dass noch jemand die Heizlüfter wieder anstellte und man Franz Xaver Roth nicht mehr verstehen würde. Zu spannend war seine Geschichte rund ums Hammereck in Leuterding.

Und dass der Autor halt ein grosser FC Bayernfan ist, sieht man auch an der Widmung.

Nachdem wir uns danach im Schützenhaus bei lokalem Burgdorfer Bier und feinem Pilz-Risotto wieder aufgewärmt hatten, rundeten wir den Abend mit einem ganz besonderen Nachtisch ab:

Das Schreckmümpfeli

In einem kleinen (angenehm geheizten) Salon im Hotel-Stadthaus erzählte uns die aus Radio DRS1 bekannte und markante Stimme von Rainer Zur Linde drei wunderbare Geschichten, die mir tatsächlich Gänsehaut verursachten.

Nicht unbedingt des Inhalts wegen – gut, platzende Eiterbeulen, aus denen hunderte von Spinnen sich übers Gesicht und Körper ergiessen, sind schon gruselig – nein, die Stimme ist’s. Diese einzigartige,  lautmalerisch Bilder projizierende Erzählstimme, die ich schon immer am Schreckmümpfeli liebte, damals, Nachts im Bett um 23:00. Und nun hier, live und direkt, es war einfach ein Hör-Genuss der speziellen Art.

Aprospos damals: Heute, auf den Tag genau vor 37 Jahren,

am 5. November 1975 drang es zu später Stunde erstmals in die helvetischen Stuben und Schlafzimmer: Das «Schreckmümpfeli». Seither gingen gegen tausend von diesen ironischen Kurzkrimis über den Sender.

Der Sendetermin wurde zur Fixzeit für Hörerinnen und Hörer, die sich ohne beschleunigten Puls und Kribbeln im Bauch nicht mehr unter die Bettdecke verkriechen mochten. Das «Schreckmümpfeli» wurde bald Kult und ist bis heute lebendig und attraktiv geblieben.
(Quelle: drs1.ch)


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Migros Cumulus – Grüsse aus dem Knast

(Quelle: tagesanzeiger.ch/newsnetz)

Da gelang es doch tatsächlich einem Gefängnisinsassen bei der Arbeit einen persönlichen Brief in einen personalisierten Werbe-Umschlag der Migros zu schmuggeln. Das ist natürlich ein grosser Vertrauensbruch und führt in den meisten Fällen zur Aufhebung des Arbeitsverhältnisses. Ob allerdings die Gefängnisleitung nun die fristlose Entlassung des fehlbaren Gefangenen angeordnet hat, war nicht in Erfahrung zu bringen.

😀

 

 

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Dällebach Kari mit Schreibfehler

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass der gutmütige Kari seelig da bei der Aussprache so sein Handicap hatte. Deshalb musste man sich auch erst an Xavier Kollers, in phonetischem Dällebach-Berndeutsch gehaltenen Filmtitel gewöhnen, denn mir fehlt gefühlsmässig bei
Eine wen iig, dr Dällebach Kari“ eindeutig ein i beim wen. Aber nun gut, der Regisseur wollte es so.

Allerdings haben die Unterhaltungsmedien auch so ihre liebe Mühe beim Abschreiben des Filmtitels:

So nimmt der SF1 Texter einfach das zweite i vom iig und packt es ins wen rein.

 

 

Aber hier der 20minuten Layouter übertreibts dann schon mit der Phonetik:

😀

Ursprünglich wollte Xavier Koller den Titel ja pressefreundlich in Hochdeutsch halten, aber da hatte eben leider schon Kaiser Franz das Copyright drauf:

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