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Preis der Leipziger Buchmesse – Jury liest Bücher im Akkord?

Gross war ja der mediale Aufschrei zum Plagiatsvorwurf von Hegemann, doch irgendwie driftet die ganze Plagiatsdiskussion bereits wieder in den Hintergrund.

Büchner-Preisträger Durs Grünbein greift das ganze literarisch auf, spielt mit dem Empörungs Hype, klaut bei Gottfried Benn und rezensiert damit Hegemanns „Axolotl Roadkill“.

O-Ton Grünbein:
„Diese leidige Dauerdebatte um Frau Hegemann bekommt damit eine Drehung ins Dadaistische.“

Eine kleine Zahlenspielerei zur Arbeit der Jury

Die Jury besteht aus 7 Mitglieder.
Für den Buchpreis wurden 760 Bücher eingereicht.

(Bild-Quelle: Preis der Leipziger Buchmesse)

14.12.09: Die Jury beginnt zu lesen.
11.02.10: Die Nominierten stehen fest.

760 Bücher in 60 Tagen, das ergibt nach Adam Riese für jedes Jurymitglied rund 12 Bücher pro Tag.
Wow! Wie geht denn so etwas? Oder wurde der Jury bereits eine Vorauswahl von all den einflussreichen Leuten Experten aus der Literaturmaffia Verlagswelt zusammengestellt?
Wie sagte schon Bittner in seinem Buch (Beruf: Schriftsteller. Was man wissen muss, wenn man vom Schreiben leben will.):

„[…]um auf dem Markt überleben zu können, muss man herausragen, man muss zwar nicht unbedingt besser, aber interessanter sein als andere, ein Markenartikel.“
(Quelle:Im Kampf gegen Zensur und „Literaturmafia“)

Und schon sind wir wieder zurück beim alten Thema:
Helene Hegemanns
Geschreibsel ist Nebensache,  denn ihre Person hebt sich medial von allen anderen ab. Wird als eben dieser obenerwähnte Markenartikel in Talk-Shows platziert.
Erst 17 Jahre alt, strähnige Haare, verschwurbelte Rede, das reicht um bei Harald Schmidt eingeladen zu werden.

Doch was macht Harald Schmidt? Statt gnadenlos zu Punkten, kuschelte der sonst so angriffige Spätschichtler anscheinend mit Hegemann („Mit 17? Da hatte ich noch Träume.“), und wirbt auch noch für ihre Plagiatsarbeit. („Kaufen sie das Buch und unterstützen Sie eine junge hoffnungsvolle aufstrebende Künstlerin …“).

Bei genauerem Hinsehen (und vor allem Hinhören) wird einem allerdings klar, wie Harald Schmidt mit seinen gezielten Fragen und spitzen Bemerkungen die Ahnungslosigkeit von Hegemann aufdeckt.

Hier die Sendung zum Nachschauen bei Deef Pirmasens, dem Blogger der die ganze Plagiatsdiskussion ins Rollen brachte.

Und warum bleibt Hegemann denn auch nach Bekanntwerden des Abschreibe-Skandals bis 18.2. auf der Liste der Nominierten?
Rechtlich ist alles geklärt und Skandale fördern die Publizität. Dadurch schauen jetzt viele gespannt auf den 18.3., obwohl AXOLOTL ROADKILL gemäss Online Voting (http://www.preis-der-leipziger-buchmesse.de/ Voting … ) bereits im hinteren Regal steht.

Lesebefehl:

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Rentenklau und linke Diebe

Was diese Tage nicht alles geklaut wird. Daten von Steuersündern für ausländische Staatskassen, Steuergelder zur Erhaltung der Banken-Bonikultur, ganze Bloggertextpassagen für das PapaCopyPasteWerk eines für den Buchpreis nominierten Teenagers.

Und nun das!

(bilder geklaut verlinkt via 20min.ch)

Nachdem ja in der Musikwelt ganze Intros und Riffs geklaut neu interpretiert werden und in der Literatur eine hoffnungsvolle Generation von Plagiatschreiberlingen heranwächst,
so entdeckt die Politik diese Technik immer breiter auch für sich.

Spätestens seit die FDP sich letzte Woche mit diebischen Panzerknackern (beschriftet mit SGB, SP und UNIA) auf den Plakatwänden zu Wort meldete, schlägt mir diese Abstimmung auch schon wieder auf den Magen. Das ist eine Verunglimpfung, wie ich es von den Liberalen nicht erwartet hätte!

Zum Vorwurf des Sujet-Klaus sagt Kampagnenleiter Urs Rellstab von der Economiesuisse (20min.ch):
„Wir haben mit dem Sujet gespielt, wie das heutzutage häufig gemacht wird. Es gibt keinen Schutz von Ideen.

Autsch! Da können wir ja nebem dem Bankkundengeheimnis auch noch gleich das Urheberrecht aufheben und müssten uns nie mehr aufregen über Copyright, Plagiate und Rentenklau.

Ich bin ja seit der Lancierung der Initiative zum neuen BVG Umwandlungsatz unschlüssig, was ich nun auf meinen Abstimmungszettel schreiben soll.

Mit NEIN unterstütze ich den sozialen Aspekt, in dem der Pensionär in 2 Jahren immer noch genau so viel erhält, wie sein bereits pensionierter Nachbar.

Mit JA unterstütze ich die Finanzierbarkeit der 2. Säule, die an die unbestritten gestiegene Lebenserwartung angepasst werden muss, so dass der Schoggi-Kuchen dann für alle bis ans statistisch belegte Lebensende reicht.

Nur frage ich mich halt schon, wieviel Geld die Pensionskassen den Versicherten klauen, denn irgendwie wollen die vielen Anlageberater und Verwaltungsmandate ja finanziert sein.

Leider sind mir die grossen Parteien mit ihren marktschreierischen Plakaten nun auch keine grosse Entscheidungshilfe. Denn statt mit schlüssigen Argumenten wird ein regelrechter Zickenkrieg um ein und das selbe Kampagnensujet betrieben: Dem Stimmbürger wird sein Geld aus der Tasche gezogen, egal ob er nun mit JA oder NEIN stimmt.

Einen ganz neuen Entscheidungsaspekt fand ich dann via blog von Harald Jenk:

Rudolf Strahm, ehem. Preisüberwacher schreibt in in der neuesten Ausgabe von M&W, der Mitgliederzeitung des Mieterverbandes unter anderem:

[Pensionskassen] Im Griff der Finanzmarkt-Berater
„Wie  ist  es  zu  dieser  Investitionsverschiebung  – weg vom Wohnungsbau,
hin zu spekulativen und riskanten Finanzmarktanlagen – gekommen?  Der
Druck  kam  in  der  eidgenössischen BVG-Kommission  ausgerechnet  von
jenen Pensionskassenberatern, Asset Managern und Bankiers, die am mei-
sten an den Finanzmarktanlagen der Pensionskassen  verdienen. Sie  bilde-
ten  eine  Subkommission,  nahmen noch  weitere  «Spezialisten»  der  Fi-
nanzmarktszene hinzu und  schlugen die  erwähnte  Liberalisierung  in Rich-
tung  mehr  Finanzmarktspekulation vor.  Die  fachlich  überforderte  BVG-
Kommission segnete diese neuen Anlagerichtlinien  im BVV-2  im Juli 2008
diskussionslos ab. Darauf wurden sie auf Antrag des interessehörigen Bun-
desrats  Couchepin  ausgerechnet  am Vorabend  der  Finanzkrise,  nämlich
Mitte  September  2008,  defnitiv  verabschiedet. Die Pensionskassen sind zu
einem Selbstbedienungsladen  von  Vermögensverwaltern, Asset Managern,
Anlageberatern  geworden.  Die  Verwaltungskosten  betragen  heute  durch-
schnittlich 770 Franken pro Versicherten  und  Jahr.
Die  Jungen  zahlen  am meisten, weil sie noch lange einzahlen müssen. Wer heute
25jährig ist, muss mit diesem System  in  seinem  Leben über 30’000 Franken an
Verwaltungs- und  Vermögensverwaltungskosten mitfinanzieren!“

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=zlhBxnhCJCU&feature=related]

Und das schreibt man in der Blognachbarschaft zum Klauen im Speziellen und Banken im Allgemeinen:

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Plagiat! Alles nur geklaut, oder Frau Wetterfest goes Hegemann

Gestern Abend, kurz nach elf. Frau Wetterfest klopfte sich den Schnee aus der Schürze. Sie war wieder einmal seit langem vom Dach in meine Wohnung herabgestiegen, hatte wohl Lust auf eine Tasse Kaffee. Doch damit lag ich so ziemlich daneben.
„Ich schreibe ein Buch“, verkündete sie fröhlich.
„Oh, oh“, rutschte es mir heraus und ich blickte auf ihren vereisten Staubwedel. Irgendwie wird sie ihrem Namen immer gerechter.
„Und Sie“, Frau Wetterfest wedelt in meine Richtung, „Sie helfen mir dabei!“
Sie rutschte neben meinen Schreibtisch und stützte sich auf die Arbeitsplatte. An ihren hochgesteckten Haaren baumelten kleine Eiszapfen, deren Agregatszustand rasch in Flüssig überging und sich als kleine Wasserlache neben meiner Maus manifestierte.
„Ich? Helfen? Aber wie sollte ich …“
„Na, sie betreiben doch eine Bloghütte.“
„Ja schon, aber Bücher schreibt man …“
„Paperlapapp“, unterbrach mich Frau Wetterfest und hatte dabei so ein feuriges Glitzern in den Augen.
„Sie kennen doch sicher viele Blogs mit vielen schönen Texten.“
„Nun ja, da gibt es schon einige …“
„Eben! Und da bedienen wir uns jetzt und basteln daraus ein Buch.“
Frau Wetterfest wischte mit dem Lappen meinen Schreibtisch trocken und legte eine A4 Seite auf die Arbeitsplatte.
„Ich gebe den Kontext vor uns sie kopieren den Rest aus all diesen geistreichen Blogs zusammen.“
Ich glaube, die Kälte auf dem Dach bekommt Frau Wetterfest doch nicht so gut.
„Das geht nicht, das wäre ein Plagiat, Diebstahl am geistigen Eigentum“, belehrte ich sie und zog meine Maus aus der Gefahrenzone ihrer Eiszapfen.
„Aber nein. Lesen sie mal das hier. Ich habe zwar keinen einflussreichen Papa, aber ich habe ja Sie, und dann suchen wir uns auch so einen Verlag, der mein tolles Buch verkauft. Damit gewinne ich dann sicher auch den Wurlitzerpreis“.
„Pulitzerpreis“, dachte ich laut, doch schon sprudelte es weiter:
„Alles im Internet ist frei verfügbar, jeder darf und kann sich ungeniert an Ideen anderer bedienen. Es ist nicht Diebstahl, sondern Inspiration.“ Das letzte Wort gedehnt, mit hochgezogenen Augenbrauen.

Die Kälte. Es musste die Kälte sein, die Frau Wetterfests Sinne verwirren liess.
Ich versuchte es noch mit Argumenten wie, Inspiration sei nicht 1:1 Abkupfern und wenn doch, dann bitte mit Zitatsverweis und Quellenangabe und Druckrechte einholen.
Doch sie redete sich in Fahrt: „Also diese Hegemann hat mit diesem ganzen Copy-Paste Exzess ganz schön viel Aufmerksamkeit gezogen.“

Ich stand auf, schnappte mir ihrer Schürze und zog sie in die Küche. Dort schenkte ich ihr eine Tasse heissen, dampfenden Kaffee ein und hoffte, dass wenn schon nicht die Jury der Leibziger Buchmesse, dann wenigsten Frau Wetterfest wieder zur Vernunft kommen würde.

***

Hintergründiges zum Plagiatvorwurf an Helene Hegemann.
(„Sie kopiert, klaut und sagt, das sei ganz normal“ – BazOnline.ch):

Axolotl Roadkill – Roman Kurzbeschreibung bei buecher.de:

‚Schreckliche Leben sind der größte Glücksfall‘, schreibt die 16jährige Mifti in ihr Tagebuch. Seit dem Tod ihrer Mutter lebt sie in Berlin, und als ‚pseudo-belastungsgestörtes‘ Problemkind durchläuft sie nach ‚Jahren der Duldungsstarre‘ gerade eine extrem negative Entwicklung.

Sehr hübsch verschwurbelte Beschreibung für den deftigen Inhalt.
So sind denn die Rezensenten auch voll des Lobes , wie hier Maxim Biller von der Frankfurter Allgemeinen:

Glauben, lieben, hassen

Ein deutsches Romandebüt mit einer solchen Kraft hat es lange nicht gegeben: Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill“ ist ein Buch der Revolte gegen die Welt der Erwachsenen.
[…]

Tja, wenn Helene Hegemann die Texte nun wenigstens selber (v)erbrochen hätte,  doch Deef Pirmasens deckt in seinem blog „Die Gefühlskonserve“ schonungslos die ganze Wahrheit über den aus dem Netz zusammengeklickten Roman auf.

Alles nur geklaut

„[…]Ich bin begeistert und frage mich, wie ein 17jähriges (bzw. als sie es schrieb, war sie 16) Kind so etwas schreiben kann. Ist es nicht eher unwahrscheinlich, dass sie sich mit Stoffen wie Heroin und Orten wie dem unvermeidlich vorkommenden Berghain auskennt?
[…]
Helene Hegemanns Quasi-Eingeständnis “ich bediene mich überall” kann nicht als Rechtfertigung herangezogen werden. Es stellt sich viel mehr die Frage, warum andere Rezensenten an dieser Stelle nicht begonnen haben, Lunte zu riechen. Eine Google-Suche hätte sie zu Airens Blog und darin zu seinem Roman geführt.

Vor allem bediente sie sich beim Blogger Airen ganzer Textpassagen und Wortschöpfungen, ohne sie gross umzuschreiben:

Helene Hegemann

“Meine Existenz setzt sich momentan nur noch aus Schwindelanfällen und der Tatsache zusammen, dass sie von einer hyperrealen, aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelösten Vaselintitten-Installation halb zerfleischt wurde.”

Vergleich mit Airens Blogtext Einerseits vom 28. Mai 2009:

“…für Erwachsene, mit farbigem Schattenspiel auf hyperrealen aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelösten Vaselintitten, …“

(Quelle: Deef Pirmasens, Alles nur geklaut)

***

[Update 12.2.10: Echo aus der Blognachbartschaft]

  • Gedenkminute im FEUILLES ET TON bei Cronenburg via Zappadong
    „Wer an dieser Gedenkminute fürs deutsche Feuilleton, den Preis der Leipziger Buchmesse und die Rechtsverluderung in der Buchbranche teilnehmen möchte, braucht nur den hier angeschlossenen Text zu plagiieren, ohne eine Quelle zu nennen […]“

***

Pressespiegel zum Thema:

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Denkt ihr Auto mit?

Fast jeder kennt den Begriff ABS. Klar, macht doch irgendwie den Bremsweg kürzer. Oder?
Genau. Und das Fahrzeug bleibt „lenkbar“.
Auch der Airbag ist heute Standard in jedem Kleinwagen.

Aber was ist ESC und BA oder ACC, CWS und ACA?
Hierbei handelt es sich um sogenannte FAS, elektronisch gesteuerte Fahrer-Assistenz-Systeme.

Schon gesehen? Wo bisher die „Slow down, Take it easy“ Plakate hingen, prangt nun eine ganz andere Kampagne von bfu und der Präventionsstiftung einer dieser omnipräsenten Versicherungsgesellschaft („Kommen sie auf unsere Seite“):

AutoMitHirn
(via bfu.ch )

Denkt ihr Auto mit?
Ein Klick auf die Kampagnen – Homepage Auto-IQ verrät uns: Anders als beim Airbag handelt es sich bei den FAS um präventive Systeme, die eine aktive Unfallverhütung unterstützen sollen.

Bis zu 50% weniger schwere Unfälle dank FAS?
Hört sich fast so an wie bei der Werbelüge Actimel von Danone. Da wird auch probiotisch (=“pro bio“ / „für das Leben“) geworben, obwohl die Schutzwirkung hoch umstritten ist.

Bis zu 50% weniger schwere Unfälle. Wow, das stellt sogar das Massnahmenpaket „via sicura“ des ASTRA in den Schatten!
Lass das Auto mal nur machen, es denkt für dich.

Meiner Meinung nach sind FAS eine zweischneidige Angelegenheit, denn solche Systeme wiegen Fahrzeuglenker oft in einem falschen Sicherheitsgefühl und durch die sinkende Vorsicht steigt das Risiko eines Unfalls somit wieder an.

Grundsätzlich sind FAS ja eine feine Sache, aber wie mit allen Tools, von Hammer bis Photoshop, vom Spur-Wechsel-Assistent bis zur Elektronischen Stabilitätskontrolle, ist der Erfolg solcher Hilfsmittel immer noch abhängig vom geschickten Umgang und der Erfahrung des Benutzers.

Zum Beispiel funktioniert der LCA (Lane Change Assistent / Spur-Wechsel-Assistent) nur, wenn der Blinker betätigt wird. In der Praxis werden Spurwechsel oft aber so ganz ohne Blinken durchgeführt.
(Kampagne bfu: „Zeichen schaffen Klarheit“.)

Oder das CWS (Kollisions-Warn-System) Bei Gefahr warnt das System die steuernde Person durch Straffen des Sicherheitsgurts. Aber leider fahren viele halt immer noch ohne Gurt.
(Kampagne bfu: „Ein Band für’s Leben.„)

Dazu bfu Direktorin Brigitte Buhmann im Vorwort zur Sicherheitsgurt Studie:

„Die modernen Autos werden immer sicherer. […]
Aber all diese technischen Massnahmen führen nicht dazu, dass man den Menschen vollständig aus der Verantwortung entlassen kann. Er bestimmt die gefahrenen Geschwindigkeiten. Er entscheidet, ob er sich trotz Alkoholkonsum noch hinter das Lenkrad setzt. Eine weitere wichtige Handlung, für die er die Verantwortung trägt, ist das Anlegen des Sicherheitsgurts. […]

bobsmile’s Fazit zur Kampagne „Denkt ihr Auto mit“:

Assistenz-Systeme mögen „intelligente“ und nützliche Hilfsmittel sein, das Denken aber bleibt immer noch den FahrzeuglenkerInnen überlassen.

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slow down – take it easy

Haben Sie sie auch schon gesehen, die etwas düsteren Plakate, die auf den ersten Blick an einen Slow Up Event oder irgend ein Bar-Festival erinnern?

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Letzten Donnerstag nun wurde die Kampagne der Schweizer Unfallverhüter dazu lanciert. Die Printmedien berichteten dann am Freitag darüber.

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slowdown1(Quelle: „Der Bund“)

Auch wenn in meiner Tageszeitung zu diesem Thema der Headliner und die Bildlegende etwas unglücklich komponiert wurden, (Franky sitzt auf einem Motorrad und spricht damit junge Autofahrer an?) so ist die neue multimediale Kampagne „Slow Down, Take it Easy“ meiner Meinung nach eine runde gelungene Sache. Die Internetseite www.slow-n-easy.ch kommt frisch und ausgereift daher, bietet spielerisch allerhand Informatives rund um die Verkehrssicherheit, ohne gross mit dem Mahnfinger zu wedeln.

Auch wenn der Song und das Video von Franky Slow Down und der Gruppe „Da Sign & The Opposite“ etwas gar süss und easy daher kommt, so sind die beiden Sicherheitsspots meiner Meinung nach total gelungen.

Ich bin gespannt, was noch alles folgt, denn die Kampagne läuft zwei Jahre und kostete 6 Millionen Franken.

Weitere Artikel zum Thema:

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Der "gerettet" Bund – kleines Fazit zum Relaunch

(via klartext.com)

(via klartext.com)

Nachdem „meine Tageszeitung“ nun irgendwie „gerettet“ wurde, war ich nach der ersten Ausgabe vom 15.10.2009 zunächst angenehm überrascht.

Freude:
Der Bund wirkt dank 5 Spalten aufgeräumter, hat den Kommentar immer noch auf der ersten Seite (was andere nicht geschafft haben), beinhaltet gut recherchierte Artikel, unter anderem von (dem eigentlich entlassenen?) Walter Däpp zum Gäbelbachumbau, oder lieb gewonnene Kolumnen wie die vom gar nicht so stillen Has Endo Anaconda. Auch der täglich mitgelieferte „kleine Bund“ als 4. Faszikel macht Freude.

Augenreiben:
Leider gibt es auch Wermutstropfen, zum Beispiel sind Kommentare nicht mehr so rasch wie vorher (durch die kursive Schrift) als solche erkennbar. Auch ist die zarte und enge Schrift in den die Artikel ergänzenden „Kästen“ kaum lesbar. (In meinem Alter brauche ich dazu eine 100 Watt Leselampe und  eine Kiosk-Leselupenbrille). Auch ist die Wetterseite so was von farblich überladen, dass man drei bis vier Mal hinschauen muss, wie denn nun das Wetter werden soll.

Ernüchterung:
Nach kurzem Überfliegen der heutigen Ausgabe beschleicht mich ein Gefühl der thematischen Ausdünnung. Belanglose Themen im Regionalteil und ein für mich nicht akzeptabler Lapsus: Die Wetterseite ist vom Samstag (!)
Obwohl die wichtigste Nebensache der Welt, da wurde eindeutig beim Redigieren geschlampt. Eine Folge des Kahlschlags in der Redaktion?

Ok, ich will jetzt hier nicht rummosern, auch Politiker werden erst nach 100 Tagen im Amt  beurteilt, obwohl manche allein für Absichtserklärungen bereits den Nobelpreis erhalten.
😉

Weitere Links zum Thema

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Alice Gabathuler – "Starkstrom" – eine Rezension

starkstrom

„I’m rolling thunder, pouring rain
I’m coming on like a hurricane“

Mit dieser einleitenden Textpassage aus Hells Bells von AC/DC beschreibt uns Alice Gabathuler bereits treffend ihren 15 jährigen Titelhelden aus ihrem neusten Roman „Starkstrom“, erschienen im Thienemann-Verlag 2009.

Die Familie Regenass wohnt in einem etwas abgelegenen Bergdorf, in dem nebst dem schrulligen alten Nachbarn mit Presslufthammer noch andere mehr oder weniger normale Zeitgenossen beheimatet sind. Jonas hat so seine eigenen Zukunftsvorstellungen, die sich weit von denen seines dominanten Vaters unterscheiden.

Mit aufgesetzten Kopfhörern zieht sich Jonas nach Streitigkeiten mit seinem Vater gerne in die Welt des Schwermetalls und Hardrock zurück. So hört er auch zuerst nicht, dass der Bach sein Bett verlassen, das halbe Dorf überflutet und den unteren Stock ihres Hauses in einen See verwandelt hat. Dieses Naturereignis reisst nicht nur Gräben zwischen und durch die Häuser, sondern auch alte, festgefahrene Strukturen in der Dorfgemeinschaft auf. Wir lernen den Vater als sturen Bock kennen, wie er sein überschwemmtes Heim „von Hand retten“ will, treffen auf etwas überforderte Gemeindevertreter wie Feuerwehr und Gemeindepräsident, die ungeschickt versuchen den bockendenVater Regenass aus dem nun einsturzgefährdeten Haus zu bewegen.

Jonas, der in den Augen seines Vaters eh zu nichts zu gebrauchen ist, muss plötzlich agieren wie ein Erwachsener. Er bringt seine kleine Schwester und ihr Schmusedingens Freddy in Sicherheit, muss mit ansehen wie seine Mutter vom Unglück gezeichnet in Apathie versinkt und er im ganzen Chaos versucht, nicht selber den Verstand zu verlieren.

Nach einer Nacht im Schutzraum bricht das zweite Unglück über Jonas  und sein Dorf herein. Presse, Funk und Fernsehen berichten live vom Geschehen, Gaffer fallen ein wie Heuschrecken und bringen die eh schon aus den Fugen geratene Welt von Jonas noch mehr ins wanken. Neben all den verwirrenden Gefühlen wie Wut, Hilflosigkeit, Verzweiflung und Verantwortungsdruck kommt ein neues in Form grüner Bergseeaugen hinzu. Jonas verliebt sich ausgerechnet in Lili, die …

Aber hier möchte ich jetzt nicht zuviel verraten und empfehle den rund 250 Seiten starken Roman selber zu lesen. Nur soviel sei gesagt, wer beim Happy End keinen Kanonendonner hört ist selber Schuld.

***

Anfänglich hatte ich etwas Mühe, die vielen Charakteren einzuordnen, und sie wurden erst mit fortschreitender Geschichte greifbarer.  Andere Mitwirkende dagegen blieben durch die ganze Geschichte hindurch nur Statisten, da  die Sichtweise und Gefühlswelt von Jonas, sowie später die Verstrickungen um Lili, den Hauptstrang bilden. Zur Mitte hin gewinnt die Geschichte eindeutig an Fahrt und der eingestreute Sarkasmus fördert das Lesevergnügen.

Leider wird die Auflösung zwischen dem Spannungselement Vater/Jonas  (für mich eigentlich ein zentrales Schlüsselelement) für meinen Geschmack etwas gar oberflächlich und hastig erzählt. Möglicherweise der Tribut für die etwas vielen Themen (Naturkatastrophe, Liebesbeziehung, Presse-Ethik, Familienzwänge, Sektenproblematik, Andersartigkeit, usw.) , die Alice Gabathuler versucht in der Geschichte unter einen Hut zu bringen. Die ganze Sache mit der Sekte wirkte für mich dann zum Beispiel schon fast zu überladen. Das hätte man eventuell zugunsten einer überschaubaren Schilderung der sich verschiebenden Kräfte im Familien- und Dorfgefüge weglassen können. Aber das ist Geschmacksache und könnte für einen andere(n) Leser(in) wiederum zentral sein.

***

Kurz und gut:
Neben den kleinen erwähnten Wermutstropfen hat mir das Buch gefallen und ich kann es mit gutem Gewissen allen Jugentlichen zwischen 12 und 92 als Bettlektüre für die kalte Jahreszeit empfehlen.

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Ali Kebap – eine Erfolgsgeschichte

Na also, die Plakatgesellschaft apg zeigt uns den ersten Puzzelstein aus der sich anbahnenden Erfolgsstory über den „kleinen“ Kebapverkäufer Ali.

Wie lange soll die Kampagne dauern? Bis Mitte September.
Und wann sind Bundesratswahlen? Genau!!

Durch eine Indiskretion wurde bobsmile bereits die dritte Stufe der Plakataktion zugespielt. Eine Art Adventskalender für die Bundesratswahl vom 16. September 2009 mit einer Vorankündigung für eine neue Partei.

Ali goes Bundesrat

BR Kebap mit seinen beiden KollegInnen von der FDP und CVP

Die Schweizerische KEBAP – KEine Boni für Abzocker Partei.

Hier noch die Aussage der apg zu ihrer gelungenen Staatsstreich-Kampagne: „Die Geschichte des – fiktiven – Geschäftsmanns „Ali“ steht als Sinnbild für die Unternehmen, die mit Einsatz des Medium Plakat nachhaltig erfolgreich sind. Sei dies in einer kleinen Gemeinde oder in einer Grossstadt.“
(wie z.B. Bundesbern.  Anm.d.A.)

Wer schmiert kassiert! Yes, Ali can.

Die Augenreiberei lässt sich ebenfalls nichts vormachen und weiss heute bereits mehr: Das Ziel von Ali und seinen Anhängern ist eindeutig der Bundesrat!

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Gehen wir euch auf den Sack?

Mit wir sind „die“ Deutschen gemeint und mit euch „die“ Schweizer.

Letzte Woche hielt Tochter bobsmile den „Blick am Abend“ unter die  Nase. Schlagzeile: „Gehen wir euch auf den Sack?“
 „Meint die das ernst?“, fragte mich Tochter und ich lass brav den „Selbstversuch“ der Chefin Maria Liessmann.
(Ehemals Ressortleiterin bei der “Bravo” und jetzt Leiterin des Ressorts “Life” beim “Blick am Abend”)
sackgeschichten0001

Nach der Hälfte des Artikels war mir klar, hier handelt es sich entweder um schlecht gemachte Satire oder um ein naives Bild der Schweiz einer „von der Holzindustrie geholten“ Deutschen.
Beispiele gefällig:

 sackgeschichten0002 

 Hallo? Wenn ich in Deutschland an der Kasse stehe und die Verkäuferin fragt mich, ob ich eine Tüte möchte, dann denke ich doch auch nicht: „Will die mir jetzt einen Joint andrehen, oder was?“

 

 sackgeschichten0003 

Na Klasse, unterste Journalistenschublade, lauter Klischees, zum Teil gesucht und völlig absurd.
Das einzige, was dieser Bericht soll, ist wohl den etwas eingeschlafenen Negativ-Hype um die Deutschen in der Schweiz am Kochen zu halten.

Fiedel Stöhlker hat sich auch ein paar Gedanken dazu gemacht, und wie man mit Helvetismen satirisch und gekonnt journalistisch umzugehen hat, kann man auf der blogwiese von Jens Wiese nachlesen.

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Der "neue" Bund – ein Sommermärchen

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Der „Bund“ wird neu erfunden, titelt heute der Bund newsnetz.

„Mitte Mai hat der Verwaltungsrat der Tamedia, welche den «Bund» vor zwei Jahren kaufte, nach langer Projektarbeit und der Evaluation verschiedener Modelle das Weiterleben unserer traditionsreichen Zeitung beschlossen.“

Hurra, hat sich also die Rettungsaktion gelohnt, der Bund wird doch kein Kopfblatt des Tagis, wie Chefredaktor  Artur K. Vogel mit seiner Breitseite an die Adresse gewisser Kollegen verdeutlicht:

[…]“In gewissen Blättern ist behauptet worden, der «Bund» werde zu einem «Kopfblatt» des «Tagi». Offensichtlich wissen einige Kollegen nicht, wovon sie schreiben. «Kopfblatt» würde bedeuten: Eine Zeitung übernimmt den Mantelteil (Ausland, Inland, Wirtschaft, Kultur, Sport) einer andern, stellt den eigenen Zeitungskopf voran und steuert nur noch lokale Inhalte bei.“[…]

Und weiter unten im Text erklärt er dann auch den Aufbau des „neu erfundenen“ Bund:

[…]“Zwar wird der «Bund» viele Inhalte tel quel vom «Tages-Anzeiger» übernehmen: die Auslandberichterstattung, überregionale und internationale Kultur, grosse Wirtschaftsthemen, das Sportgeschehen, soweit es sich nicht in Bern abspielt, Spezialseiten wie «Wissen» und «Gesellschaft».[…]

Wie war nochmal die Definition für Kopfblatt, Herr Vogel?

Aber stopp, es werden ja auch neue Ressorts geschaffen (Lektion 31: neu heisst nicht zusätzlich!):

[…]“Die bisherigen «Bund»-Ressorts Inland und Ausland werden zu einer Zentralredaktion unter Leitung von Jürg Sohm zusammengefasst. Sie wird mit Inland-, Ausland- und Wirtschaftskompetenzen ausgestattet und soll schon am 1. September operationell werden. […]“

Da fragt sich der Laie, was die mit ihrer Kompetenz anfangen sollen, wenn die Berichte aus In-, Ausland und Wirtschaft aus der Tagi-Zentrale eintreffen.

Na ich bin mal gespannt, was ich da am 15. Oktober 2009 in meinem Briefkasten vorfinde.

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