Wen dir die Decke auf den Kopf zu fallen droht, wenn dich der Winterblues mit aller Wucht packt, dann gibts nichts besseres, als raus aufs Feld, in die Ferne blicken und tief durchatmen …
Nach einem trüben Morgen lachte doch noch die Sonne und wir machten einen Spaziergang in die Umgebung.
Vom Balkon aus …
… durch den Siedlungsvorhof …
… über die Felder …

… und begegnetem einem Bauernhof 2.0 – mit eigenem Kunstrasenkleinfeldfussballplatz (!)
Was es nicht alles gibt. 😀
Links zum Projekt „Hasi-Hof“ in Münchenbuchsee:
Bei meinem Mittagsspaziergang komme ich jeweils an dieser Baumgruppe vorbei, die wohl in nächster Zeit leider dem „ländlich-urbanen Lebensgefühl“ Platz machen muss.
Es ist ja nicht so, dass Bobsmile plötzlich unter die militanten Naturschützer gegangen wäre, oh nein, er findet es halt einfach nur grotesk, wie mit dieser verdichteten Wohnsiedlung ein „ländlich-urbanes Lebensgefühl“ beworben wird (siehe Bild unten links).
Etwas weiter kommt man dann an einem Bauernhof vorbei, bei dem gerade das Lebensgefühl dem Werbespruch auf der Tafel dann doch etwas näher kommt. 😀
Man kann es auf dem Bild nur erahnen: Die untergehende Sonne als goldenes Farbenspiel in den Baumwipfeln vor unserem Fenster.
Eigentlich dachte ich sogleich an Filmaufnahme, doch bis ich da das Stativ hervorgekramt hätte, wär’s auch schon wieder vorbei gewesen.
So gab’s halt nur einen Schnappschuss, den Rest behalte ich in Erinnerung für die anstehenden, grauen und trübnassen Tage.
Täglich fahre ich an ihm vorbei. Am alten Haus 141 an der Worblaufenstrasse. Vor Monaten standen drohend noch frische tannige Holzstangen herum, die sogenannten Bauprofile. Vorboten auf ein neues moderneres Gebäude. Sie schienen das Haus auf der Stelle erdrücken zu wollen. Auch wurde es kurze Zeit von jungen Leuten besetzt, die Reste einer Feuerstelle hinterm Haus zeugen noch vom autonomen Versuch, dem Haus wieder etwas Leben einzuhauchen.
Nun sind die Profile seit einiger Zeit verschwunden, auch die Hausbesetzer sind weitergezogen und unbeachtet dämmert das alte Haus nun in der aufgehenden Sonne seinem Schicksal entgegen. Auch die Natur holt sich derweilen ein Stück zurück.
Sind erstmal die Einsprachen verklungen, das Geld gesprochen und die Pläne ausgedruckt, dann wird das alte Haus wohl dem Erdboden gleich gemacht werden.
Ich kann nicht sagen, weshalb ich gerade dieses Haus im Bild festhalten wollte. Ich kenne nicht einmal seine Geschichte, weiss nicht, welch blühende Geschäfte einst hinter den 100 jährigen Rolladen der Firma „F.Gauger Unterstrass-Zürich“ (1883 – 1911) mit der ehrenwerten Kundschaft getätigt wurden. War’s ein Frisör? Ein Kolonialwarenhändler? Keine Fresken, die auf einen Bäckers-, Schuster- oder Metzgerladen schliessen lassen würden.
Aber jeden Morgen von Zollikofen herkommend, frage ich mich, ob es wohl noch dasteht? Das alte Haus strahlt so eine gewisse Melancholie aus, schau, alles ist vergänglich, und vielleicht will ich ihm gerade deswegen hier einen kleinen Platz wider des Vergessens einräumen.
Und bis es soweit ist, mach’s gut, altes Haus.
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