in eigener sache

Abenteuer ÖV III – Nasse Tatsachen

Der Herbst ist eingetroffen und bescherte uns am letzten Montag einen nasskalten Wochenstart.

Mein Regenschirm, Modell Knirps, machte seinem Namen alle Ehre, war er doch gerade mal geeignet, Kopf und Haare vor Niederschlag zu schützen, so hatte nach kurzer Zeit der feine Nieselregen meine Hosenbeine tüchtig eingeweicht. Als ich dann endlich, nicht ohne vorher von anderen Schirmzumachern geduscht zu werden, in den Bus einsteigen konnte, zeigte sich bereits das nächste Problem.

Wohin jetzt mit meinem zu einem tropfnassen Stoffklumpen gefalteten Schirm? Der Nebensitz war noch leer. (Ok, nur so ein Gedanke!) Ich entschied mich dann doch, den Knirps an der Hand baumeln zu lassen, was meine Hosenbeine nur noch stärker einnässte.

Eine eben zugestiegene Dame zauberte gekonnt eine Plastiktüte hervor, steckte ihren Kleinstschirm hinein und verstaute alles zurück in ihre Handtasche.
Clever. Pendeln für Fortgeschrittene.

Anderntags war wieder schönstes Herbstwetter. Ich bin sicher, zum nächsten Regentag vergesse ich die Plastiktüte einzustecken, bin schliesslich Anfänger … 😀

 

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Abenteuer ÖV – Der (freie) Sitzplatz

Wir schreiben den ersten Tag. Nach dem Einsteigen in die S-Bahn steuerte ich gleich auf den erstbesten Sitzplatz zu. „Ist hier noch frei?“, fragte ich einen junger Mann, etwa Mitte zwanzig, graublaue Handwerkerhosen, am Knie durchgescheuert, rotes T-shirt mit dem Aufdruck „Töfflibueb“.  Dieser blickte konsterniert von seiner Pendlerzeitung hoch und starrte mich ausdruckslos an. Aufgrund seiner weiss verkabelten Ohrenstöpsel dachte ich, er hätte mich nicht verstanden und wiederholte freundlich meine Frage: „Ist hier noch frei?“

„Gaaaaanz falsch, Paps“, wie mich meine Tochter am Abend aufklärte. Beim Pendeln setzt man sich einfach auf die nächste leere Sitzfläche, ohne lang zu fragen. Das hält nämlich nur die nachkommenden Pendler auf, und zwingt andere, dir eine Antwort geben zu müssen. Für etwas, das keiner Antwort, geschweige denn überhaupt einer Frage bedarf.

Der Töfflibueb hatte sich denn auch bereits wieder in sein Pendlerblatt zurückgezogen, ich rutschte mit Hilfe auf Druck der nachrückenden Fahrgäste auf den leeren Sitz.

Ok, Merkpunkt Nummer eins: Hinsetzten, nicht fragen.

(Bildquelle: N24.de)

Es gibt natürlich Spielarten, wie Leute sich einen Sitz ergattern.

Das stumme Einklagen
Dame um die vierzig, schwarzes, streng nach hinten gekämmtes Haar, dunkelblaues Businesskostüm, schwarze Pumps, neben sich eine feste Globus Einkaufstasche voller dicker, bunter Dokumentmappen, angestrengter Blick auf ihre elektronische Agenda, irgendwelche Termine durchgehend.
Junges Mädchen in Jeans mit Löchern und einer weissen Steppjacke bleibt in stummer Anklage neben der Globustasche stehen. Die Business Lady, den Blick weiterhin angestrengt auf ihre Agenda gerichtet, zieht die Tasche etwas näher zu sich heran. Steppjacke lässt sich auf den nun halbfreien Sitz plumpsen, was die Tasche mit ächzendem Knarzen quittiert. So verharren Steppjacke, Globustasche und Business Lady in scheinbar friedlicher Übereinkunft nahe beisammen, und doch sind sie meilenweit voneinander entfernt.

Die fehlende Kinderstube
Tram Linie 8 Richtung Bern-Brünnen. Am Hirschengraben eingestiegen, setzte ich mich auf eine leere Zweierbank und stellte meine Tasche auf die leere Sitzfläche neben mich. Beim Kocherpark stiegen Leute zu, darunter ein Mädchen, knappe dreizehn, mit Turnschuhen ohne Schnürsenkel und Nasenpiercing, auf dem Rücken trug sie eine Art  Geigenkasten aus Stoff.

Ich konnte gerade noch meine Tasche vom Nebensitz auf meinen Schoss stellen, als sie auch schon schwungvoll herumwirbelte und sich quer zur Fahrtrichtung auf den freien Platz setzte. Dabei drückte sie mir ihren Geigenkasten mitten ins Gesicht. Ich pochte mit leichtem Stöhnen auf mein Recht nach Luft. Keine Reaktion. Ich klopfte deshalb mit dem Knöchel des rechten Zeigefingers auf den Geigenkasten. Der Stoff schluckte meine Intervention, das Mädchen bewegte sich keinen Millimeter. Ich wollte gerade zu einem ernsten Gespräch ansetzten, da erhob sich die Montesori-Jüngerin und machte sich bereit für den Ausstieg an der nächsten Station.

Mein Ärger war noch nicht verraucht, da setzte sich ein laut in sein Handy quasselnder Mann neben mich. Ich machte mich bereit für den Ausstieg drei Stationen weiter, ich brauchte dringend frische Luft.

Der Weg ist das Ziel. Das mag eventuell für den Jakobsweg gelten, aber fürs Pendeln mit der Bahn ist der Weg lediglich verlorene Zeit, alle wollen nur irgendwie rasch von A nach B. Mir geht es da nicht anders.

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Abenteuer ÖV (Prolog)

Es gibt da diesen gescheiten Spruch: „Aus Schaden wird man klug“. Ok, es gibt da auch noch seinen doofen Zwilling: „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott …“, aber lassen wir das, hier zu den Fakten:

§1 Ursache

Während eines Ferienausflugs mit der Familienkutsche wurden wir vom fest installierten Überwachungsgerät mit 26 km/h über Vorgeschrieben geblitzt. Ich meine, wer erwartet auf einer gut ausgebauten Autobahn auch schon eine Begrenzung auf 60 km/h. Ok, die angeregte Diskussion im Auto hatte wohl die Aufmerksamkeit nur auf das dringend Notwendigste schrumpfen lassen: Habe ich freie Fahrt?

§2 Wirkung

Weil die A4 eben als Autostrasse ausserorts, und nicht als Autobahn klassiert ist,  handelt es sich nach Strassenverkehrsordnung um ein mittelschweres Vergehen. Der Kanton Schaffhausen brummte mir darauf hin eine saftige Busse auf und ein halbes Jahr später (sic!) bekam ich Post vom Kanton Bern, ich solle innert 30 Tagen meinen Führerausweis für einen Monat hinterlegen.

§3 Folgen

Nachdem ich der freundlichen Assistentin am Schalter meinen blauen Lappen übergeben habe, kaufte ich mir ein Monats-Libero-Abo für 30 Tage und das Abenteuer ÖV konnte beginnen.

Dabei wurde mir schnell einmal klar, dass ich die Gesetzmässigkeiten des Langsamverkehrs erst wieder erlernen musste, lag das letzte Pendeln mit der Bahn doch schon über 20 Jahre zurück.

Planung ist angesagt, denn einfach drauflos gehen, geht gar nicht!
Da ich leider nicht im Besitz eines allwissenden Äifouns bin, wollen die Abfahrtszeiten der Bahn auf dem heimischen PC aus dem Internet herausgesucht und aufgeschrieben sein. Ich studiere Linienpläne und suche mir die besten Verbindungen heraus. Nur um im entscheidenden Moment, trotz ausgedruckter Fahrplan-Liste auf dem falschen Perron zu stehen.

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Abenteuer ÖV
Ein Reisebericht aus der Sicht eines bekennenden ÖV Muffels über zum Teil schmerzhafte Erlebnisse auf seiner fremdbestimmten Odyssee mit Bahn, Tram und Bus.

Folge II:  Abenteuer ÖV  –  Der (freie) Sitzplatz.

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Gang doch mau dr Aare naa …

Gesagt, getan. Das herrliche Spätsommerwetter ludt ein zum 2h 30min dauernden Spaziergang von Zollikofen nach Bern.

 

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Wenn die Produktinformation den Qualitätsverlust kaschiert

Es ist natürlich schon etwas kurios, wenn man bei einem Kerhrichtsack über Qualitätsverlust reden muss.

Wir kaufen uns immer diese Säcke, bei denen die Schnur gleich integriert ist und sich ein voller Sack ruck-zuck zusammenziehen lässt.

Leider war die letzte Serie dieser oecoplan – Kehrichtsäcke derart schlecht verarbeitet, dass jeder Sack beim Zusammenziehen der Schnur einriss und wir ganz „ausseroecoplanmässig“ mit Packet-Klebeband nachhelfen mussten.

Dabei hätten wir eigentlich nur die Bedienungsanleitung besser befolgen sollen, dann wäre das sicher nicht passiert. Jawoll!
(Ob sich da bereits mehrere Kunden beschwert haben, dass die so was draufschreiben müssen?)

Gut, die Dinger werden ja aus mindestens 80% rezykliertem Polyethylen hergestellt, dass ist dann wohl der Preis für 50% Reduktion der Umweltbelastung zu den Vorgängermodellen. Und da kann man ja eigentlich nix dagegen sagen! 🙂
(Aber ärgerlich ist’s halt schon, wenn einem der ganze Müll beim noch so sorgfälltigen Zuknoten vor die Füsse kippt.)

 

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Deckensturz im Bernaqua

Da waren wir endlich und zum ersten Mal im Bernaqua, dem Erlebnisbad im Berner Westside und ich wollte eigentlich einen positiven Beitrag schreiben. Die nette Dame von der Kasse zeigte uns Neulingen die Garderoben und erklärte geduldig die Technik des Kredit-Armbands. Dienst am Kunden. Und so genossen wir den unbeschwerten Aufenthalt (wir sind nicht mal ausgerutscht) im Wellnessbad und unsere Tochter ihr Geburtstagsgeschenk, eine Hot-Stone Massage.

Als wir später im Nudelrestaurant nebenan gemütlich zu Abend assen, passierte das Unfassbare. Ein Teil der Decke stürzte ein und verletzte zwei Personen. Wir erfuhren erst zu Hause im Internet, was sich nur kurz nach unserem Besuch abgespielt hatte. Ein Wunder, dass nicht mehr Personen verletzt wurden. Wenn ich daran denke, dass wir vor ein paar Stunden genau an diesem Ort standen …  🙁

Bilderquelle: 20min

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Einfach zu viele Baustellen …

… und ich meine jetzt nicht solche wie die neue Stadtangente Bern:

Sondern die ganz privaten Baustellen, wie zum Beispiel die neue Stützmauer auf dem Camping, die leider eine neue Plattenlegeaktion notwendig macht.

Inzwischen liegen bereits 30 Waschbetonplatten an ihrem neuen Platz, und ich als Bürogummi habe mir einen mega Muskelkater eingefahren. 🙁
Am Montag konnte ich kaum aufstehen, fühlte sich an wie ein Bandscheibenvorfall, war’s zum Glück nicht und rechtzeitig auf die nächste Schicht am Samstag scheinen die Schmerzen wieder abzuklingen.

Solche und viele kleine weitere Baustellen sorgen im Moment dafür, dass hier auf meinem Blog etwas auf Sparflamme gefahren wird, also quasi Tempo 60, wie auf der Stadttangente. 😀

 

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Masterplan IDH – Zielgerade

Geschafft!

KW7 und das angepeilte Ziel von minus 4,5 Kg ist erreicht.

Tiefster Stand nach 42 Tagen: 75,5 Kg.
Nun beginnt die schwerste Phase :  Gewicht und Fitness beibehalten.

Daher gibt’s nur ein Motto: Jetzt nur nicht nachlassen!

Nachtrag in eigener Sache:
Mit dieser kleinen „Masterplan“-Serie wollte ich weder angeben, noch irgendwie missionieren in Sachen Gesundheit, sondern den inneren Schweinehund überwinden, dafür aber auch kein Geld ausgeben. Mein virtueller Wightwatcher sozusagen. ;-D

Hilfreich waren auch die zahlreichen positiven Rückmeldungen und Tipps, die ich hier und ausserhalb der Blockhütte während den letzten 7 Wochen bekam.

It’s My Life … Keep On Running! 😉

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Masterplan IDH – Phase III

FDH wird in IDH umbenannt, schliesslich habe ich auch so was wie Tischmanieren

(und Hausfrau Hanna ist weniger irritiert. ;-))

Fazit nach 35 Tagen: 76,1 Kg. (-4,4)

Nachdem ich das mit der Saftwoche ohne grösseren Schaden in meinem näheren Umfeld über die Runden gebracht habe, zündete ich am Wochenende die dritte Stufe des Masterplans:

KW 6, Fitnesswoche

Zur normalen (IDH) Ernährung kommt jetzt noch meine „Lieblingsdisziplin“ dazu:
Joggen – Eine Runde pro Tag
.

Drei Mal habe ich es bisher geschafft. Und was soll ich sagen  – ich mag Joggen immer noch – gebe es aber nicht zu und renne fleissig weiter. Ein Kollege riet mir, den Puls nicht über 140 zu treiben, ansonsten kostet’s Muskeln und nicht Fett.

Und wer noch eine Motivationsspritze braucht, dem sei Thinkabout’s Artikel für werdende Jogger empfohlen. Ich zitiere den letzten Abschnitt, den ich fortan beherzigen will:

Zitat Thinkabout:
„Schon bin ich angekommen. Daheim. Mehr als auch schon fühle ich mich daheim. Dafür haben 45 Minuten ausgereicht.
Ich bin schweissnass. Aber nicht erschöpft. Ich spüre meinen Körper. Er ist mein Freund und kein Gegner, der überwunden werden muss.“

Fortsetzung folgt

Chronik:

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