kultursachen

Les petites fugues

Im Radio wird die Meldung durchgegeben, der Filmemacher Yves Yersin sei gestorben.
„Hm, wer ist Yves Yersin?“, denke ich und höre auch so gleich den Titel eines seiner Werke:

„Les petites fugues“

Und da macht es Klick im Kopf und ich habe Hummeln im Bauch.
Les petites fuges, das ist

„Ein Spielfilm über den Bauernknecht Pipes (Michel Robin), der mit seiner Pensionierung und mit Hilfe eines Mofas zum ersten Mal im Leben eine Art Freiheit erlebt. Der Film rührte Generationen zu Tränen.“
(Quelle: srf1 – Schweizer Filmregisseur gestorben)

Wir mussten uns den Film damals (1979) im Französischunterricht ansehen, und seither gehen mir die Bilder und Geräusche dieses stillen Meisterwerks nicht mehr aus dem Kopf, haben sich eingebrannt und ploppen bei Gelegenheit immer wieder mal auf.

Schön, dass SRF1 den Film am Samstag 24.11.2018 im Programm hat. Ich nehme ihn auf und werde mich am Abend auf eine Zeitreise in meine Jugend begeben. Ja, da freu ich mich drauf.

Hier der Teaser zum Film:

 

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Ohne Rolf am Mordpol

Richtig gelesen: Wir waren erneut am Mordpol, diesmal aber „OHNE ROLF“.
🙂

„Wer ist Rolf?“, fragen Sie.
Nicht wichtig, denn Ohne Rolf ist das Luzerner Komikerduo Christof Wolfisberg und Jonas Anderhub, das mit intelligentem Flipchartblättern sein Publikum mit ausgefeilten Dialogen fesselt, dass einem die Augen tränen vor Lachen und man kaum noch lesen kann, was da alles an Wortwitz daher kommt.
Raffinierte Inszenierung auf Basis des geschriebenen Wortes und am Ende war Christof tot. Oder wars der Jonas? Oder vielleicht doch der Autor? Jedenfalls kam auch eine Giraffe in Pumps und ein Autor mit Sack überm Kopf vor.

Im Klartext: Wer sie noch nie gesehen gelesen hat, unbedingt eine Vorstellung besuchen! Es lohnt sich.

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Rendez-vous Bundesplatz 2018 – eine Bruchlandung

(Bild-Quelle: Rendez-vous Bundesplatz 2018)

Achtung: Geschmackssache!
Der nachfolgende Bericht ist natürlich nur unsere Wahrnehmung. Möglicherweise sahen es andere „tout contraire“. 😉

Man vergleicht ja gerne mit bereits Erlebtem und so hatten es die Nachfolgeproduktionen des Rendez-vous Bundesplatz 2011 immer etwas schwerer, bobsmile und Gattin zu begeistern.
Trotzdem waren wir gespannt, ob es den Machern gelingen würde, uns wenigstens dieses Jahr etwas zu verzaubern, nachdem sie uns im 2017 mit „RESET“  eher schwere Kost zur Reformation servierten.

Dessine-moi un mouton

Diesjähriges Thema: Der keine Prinz – pardon: le petit prince, (denn alle Dialoge waren zu Ehren Antoine de Saint-Exupéry in französisch zu hören, mais oui!)

Obwohl – oder gerade weil wir die Geschichte des kleinen  ausserirdischen Planetenputzers in den Grundzügen kennen, irritierten uns die Bilder doch sehr stark, denn es war nicht immer ersichtlich, was das Künstlerteam denn damit genau ausgedrücken wollte. So erinnerte der Fuchs eher an einen Chihuahua, der in Übergrösse die anwesenden Kinder ziemlich erschreckte. (Man hörte tatsächlich vereinzeltes Wimmern und Weinen!)


(Bild-Quellen: https://www.rendezvousbundesplatz.ch/keyvisuals/)

„On ne voit bien qu’avec le coeur. L’essentiel est invisible pour les yeux.“

Vielleicht hätten die Macher sich nicht ganz auf unsere Herzen verlassen sollen, denn anders als zur Literatur  möchte bei einem Lichtspektakel  das Auge etwas zu Sehen bekommen. Leider wird die imposante Bundeshausfassade immer mehr zur reinen Leinwand. Gut zu sehen am Beispiel des stilisierten Rosengartens, der etwas ideenlos daherkam, aus meiner Sicht ein Griff ins Klo.


(Bild-Quelle: https://www.rendezvousbundesplatz.ch/keyvisuals/)

Warum liessen die Macher die Rosen nicht an den Säulen des Bundeshauses emporwachsen, sich langsam um die Fenster ranken, so dass am Ende das ganze Gebäude als Rosenschloss erblüht? Schade, hier wurde leider viel Potential verschenkt. Da kann ich auch ins Kino gehen.

„Isch fertig?“

Am Ende musste sogar das Klatschen eingespielt werden, damit die Menge wusste, aha die Vorstellung ist beendet, und zur Musik Patent Ochsners „Belp Moos“, wo jüngst Sky Work ihr Grounding hatte, klatschte das Publikum artig mit. Die Erde hat uns wieder.

Für uns war Rendez-vous Bundesplatz 2018 leider eine Bruchlandung. Zu abstrakt in der Bildsprache  und zu platt in der Inszenierung, (z.B. war „der Laternenanzünder“ gar nicht zu sehen, „der Eitle“ war ein grüssender Tourist, hallo – geits no?) so liess uns das „Spektakel“ leider etwas enttäuscht zurück.

Ausblick für 2019: Vielleicht ein „2011 – RELOADED“? 😀

 

 

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Stefanie Heinzmann @ Büro

Überraschung! Radio Bern1 hatte unserere Firma für ein „Bürokonzert“ ausgelost. So kamen wir in den Genuss eines einmaligen Konzerts mit Stefanie Heinzmann und Band. Sie spielte eine Stunde (!) lang in unserer Mittagspause. Es war der Hammer.

 

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Und was liegt bei dir auf dem Nachttisch?

Bei mir ist es Arnaldur Indriðason – mehrfach!

Warum? Weil meine Frau mir bereits mit drei Büchern voraus eilt. 😀

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Mehr durch Zufall stiessen wir auf diesen Isländischen Krimiautoren, den uns zum Glück eine Buchhändlerin empfohlen hatte. Schon die ersten Seiten von „Menschensöhne“ weckte die Neugier in mir und liess mich bis zum Ende nicht los. Arnaldur Indriðason versteht es meisterhaft, die Spannung bis zum Ende zu halten, und das alles in einem unaufdringlichen Erzählstil, ohne Effekthascherei und konstruierte Winkelzüge. Alles erscheint am Ende logisch und durchdacht. Die verschiedenen Schauplätze werden gut miteinander verwoben, die private Seite des Kommisar Erlendur wird nach und nach enthüllt, von Buch zu Buch erfährt man mehr, auch über seine Mitarbeiter Elinborg und Sigurður Óli.

Ebenfalls spannend ist es, nur durch die Erzählungen ein Stück Island kennen zu lernen, eine Insel auf etwas mehr als 325’000 Leute leben, 2/3 davon in Reykjavík. Helle Sommer, kalte lange Winter, karge Gegenden, eine sich rasch ausdehnende Hauptstadt, ökonimische Landflucht, soziale Eigenarten, zum Beispiel redet sich auf Island jeder mit dem Vornamen an, das war anfangs beim Lesen etwas gewöhnungsbedürftig. 😀

Fazit: Jedes weitere Buch macht Lust auf mehr – und Arnaldur Indriðason hat uns bisher nicht enttäuscht.

Hinweis für Nachahmungstäter: Unbedingt mit seinem ersten Roman „Menschensöhne“ beginnen und dann die Reihenfolge der Erscheinungen einhalten. Auch wenn die Kriminalfälle in sich abgeschlossen sind, die privaten Geschichten ziehen sich über mehrere Bücher und lesen sich in der richtigen Reihenfolge viel besser.


 

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Verstörend, aber auch faszinierend – zum Tod von Künstler H.R.Giger

H.R. Giger

(Quelle: wikipedia)

Ein grossartiger Künstler, dessen Werke mich schon immer fasziniert haben und weiterhin auch faszinieren. Leider wurde er am 12. Mai 2014 viel zu früh durch einen Unfall aus dem Leben gerissen.

Da ich den Mensch H.R.Giger zuwenig kenne, um jetzt hier gross über ihn zu schreiben, verwiese ich lieber auf die stimmigen Nachrufe im Netz:

Alien-Schöpfer HR Giger mit 74 Jahren gestorben (golem.de)
H.R. Giger – Nachruf auf den Alien-Erfinder (spiegel-online)
Der „Alien“-Vater ist tot (Der Bund)

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Friday Night in San Francisco

Ein guter Kollege hat mir in den 90ern ein paar Trouvaillen seiner Vynilplatten überlassen, da er seine Sammlung wohl aus Platzgründen auf CD umstellte.
Eine der Platten davon ist Friday Night in San Francisco, eines der tollsten Live Albums, die ich kenne.

Zu hören sind Al Di Meola, John McLaughlin und Paco de Lucía, wie sie am 5. Dezember 1980 im Warfield Theatre von San Francisco lustvoll zusammen die Akustikgitarre spielen.

Paco de Lucía erlag am Mittwoch den 26. Februar 2014 in Cancún einem Herzinfarkt.

Ich glaube, es ist an der Zeit, die Platte wieder einmal aufzulegen, schon nur im Gedenken an einen grossen Künstler, der sich selber nie all zu wichtig nahm …

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Am Basler Rhy entlang ins Shadowland

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Allerdings sagen Bilder oft mehr als tausend Worte.

So lasse ich die Bilder sprechen, Schnappschüsse von unserem Ausflug. Dank der wirklich gut gemachten und offline benutzbaren „City Guide“ – App haben wir eine Prise Basel kennengelernt. Dank des vorgegebenen Rundgangs mit allerlei Wissenswertem (z.B. über den „Basler Taig“ im St. Alban Quartier) weiss ich nun auch, wo Hausfrau Hanna – Pardon – Madame Helvetia Schild und Koffer niederlegte, um einen Moment zu rasten und Rhein abwärts zu blicken. 🙂

Credits:


Ein ganz spezielles Dankeschön der netten Bedienung im Goldenen Sternen, die uns, obwohl das Restaurant erst eine dreiviertel Stunde später öffnet, extra einen Tisch anbot, danach einen Kaffee mit Schuss und eine Latte Macchiato servierte, ja sogar das Kerzchen anzündete und einen Teller mit Konfekt offerierte. Das nennen wir Gastfreundschaft!

 

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Radio Bern1 – Doch nur alter Wein in neuen Schläuchen?

In letzter Zeit ist der Namenswechsel bei Radiosendern ja ziemlich en vogue.
So wurde aus DRS 1,2,3 das „Radio SRF 1,2,3,Kultur,…“. Dass es sich dabei um einen Zungenbrecher handelt und Radio doppelt im Namen vorkommt war den Konzessionsgelder-verwertern wohl egal. Und die Logos wurden einfach bei der BBC geklaut abgeschaut.

Aber bleiben wir doch bei Radio extraBERN. Ja, so hiess der Sender beim Start 1983. Damals starteten nach der Liberalisierung von Privatradios in der Schweiz diverse Radios mit jugendlichen Formaten wie auch der „amtlich bewilligte Störsender“ DRS3.
In Bern musste sich Radio extraBERN den Kuchen mit Radio Förderband teilen. Schnell war klar, dass sich Förderband die ganz jungen schnappte und ExtraBERN mehr so die breite Masse abzudecken versuchte.

Anfangs 2000 wurden dann erstmals die Namen durchgeschüttelt.
Aus extraBERN wurde Capital FM, aus Radio Förderband RadioBE1. (Aha, war also auch schon mal da!)

Wärend RadioBE1 im internationalen Komerz Broadcaster „Radio Energy“ aufging und sich weiterhin ganz klar als Hitradio Nr.1 etabliert, ist Capital FM immer noch auf der Suche nach der richtigen Positionierung. Eine reine Namensänderung bewirkt da wenig und ob Radio BERN1 so wirklich mehr die Region Espace Mittelland (FR,SO,BE) ansprechen wird, ist fraglich.

Gefragt sind Inhalte, die sich klar von Radio Energy und SRF3 abheben. Auch musikalisch gilt es den richtigen Ton zu treffen. Und wie gelingt das?

-> Lasst einfach die Hitradios den Einheitsbrei vermarkten, spielt die Songs, die das Publikum sich wünscht und dann kommen auch die Hörerzahlen und damit auch die Werbeeinnahmen.

Man darf also gespannt sein, ob der Namenswechsel hält, was die Macher sich davon versprechen: „Musig wo’s bringt.“
Aber eins muss ich ihnen lassen, der Bär ist wirklich cool, auch wenn das Design beim Berner Kulturradio RaBe abgekupfert zu sein scheint:

>> Dazu der Beitrag aus KulturStatt Bern. Radio Seldwyla 1
😉

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Kleinkunst hoch zwei

Am Wochenende besuchten wir zwei tolle Veranstaltungen.

Es muss nicht immer die grosse Bühne sein, die das Herz berührt:

Chäller Kumedi – Wer zuletzt stirbt …

Eine vergnügliche schwarze Komödie von Lorenz Keiser, die vom Ensamble der chäller-kumedi im Theater am Zytglogge mit viel Herzblut und schauspielerischem Können symphatisch auf die kleine, aber feine Keller-Bühne gezaubert wurde.

„Max Wanner, pensionierter Bankbeamter, Witwer, hat ein gesundes, starkes Herz. Seiner Leber aber hat er zeitlebens zuviel zugemutet. Starchirurg Dr. Schoellkopf sieht nur noch die Möglichkeit einer Transplantation. Doch Spendeorgane sind rar. In Schoellkopfs Kartei findet sich ein Patient mit drei Herzinfarkten, aber ausgezeichneten Leberwerten. Dr Schoellkopf schlägt Wanner ein gegenseitiges Spenderversprechen vor: Wer zuerst stirbt, spendet dem anderen sein Herz, bzw. seine Leber.“



(Bild-Quelle: www.zytgloggetheater.ch/Adi Wälti)

 


Es muss nicht immer Andrew Lloyd Webber sein, der die Seele trifft:

Lötschbergsaal Spiez – Musical Über d‘ Brügg

„Sven, ein ganz normaler Jugendlicher, der in einer Kleinstadt aufwächst, beobachtet das Leben um ihn herum, und bekundet immer mehr Mühe, all dem Druck stand zu halten. […]
Er steht auf der Brücke und schaut hinunter, als ein alter, verwahrloster Mann neben ihm steht und ihn fragt: warum springst du nicht? Auf die Gegenfrage meint der Alte, dass der Sprung von der Brücke wohl kaum der Sinn des Lebens ist.“

(Bildquelle: www.überdbrügg.ch)

Und so erleben wir die Überwindung der Sinnkrise eines Jugentlichen mit Happy End, gespielt von Laiendarstellern aus der Region Bern.
Die Musik ist „lüpfig“, erinnert zuweilen an alte Berner Gassenhauer wie Hofers „Rote Wy“ oder „I ha ne Trääne“ – Duett Jordi/Ast , was wohl nicht ganz unbewusst vom Autor und Arrangeur Lukas Eichenberger eingesetzt worden ist. 😉

 

Alles in allem ein nachhallendes Kulturwochenende, das dem kalten und trüben Frühlingsanfang im Flachland etwas Sonnenlicht verpasste.

😀

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