nachdenksachen

Zeitung lesen im Stau legal? Der Zeitung lesende Professor…

Ursprüngliches Urteil vom Zürcher Obergericht – „Der Zeitung lesende Professor“ […]

Freispruch durch Bundesgerichtsentscheid

Ein Zürcher Automobilist (ein Zürcher Rechtsanwalt Anm.bobsmile) ist zu Unrecht mit 100 Franken gebüsst worden, weil er im Stau Zeitung gelesen hat. Laut Bundesgericht hat der Lenker entgegen der Auffassung des Zürcher Obergerichts keine Verkehrsregeln verletzt.

[…]

Da geht mir jetzt aber der Helm hoch. Dazu die Begründung des Bundesgerichts, der Mann habe doch eigentlich nichts unrechtes getan, zudem…

…habe er einzig mit dem Halten des Vordermanns rechnen müssen. Schliesslich habe nach menschlichem Ermessen praktisch auch kein Risiko einer Fehlreaktion bestanden.

Wie bitte? Was ist mit einem unverhofft auf die Strasse rennenden Tier/Kind/Rentner?

Wäre die Zeitung tatsächlich heruntergerutscht, so hätte der Lenker gelassen den nächsten Stopp abwarten können, um sie wieder aufzunehmen.

Neun von zehn Leuten fassen dank konditioniertem Reflex einem fallenden Gegenstand nach. Das ist eine menschliche Eigenschaft liebe Richter und da dreht man schon mal am Lenkrad und steuert auf die Fussgängerinsel zu!

Tausende von Franken werden für Gefahrenprävention ausgegeben, damit sich die Verkehrsteilnehmer aufmerksam begegnen!

unverhofft bfu

Gemäss Unfallstatistik waren auf den Strassen des Kantons Bern im vergangenen Jahr 365 (2004: 378) Verkehrsunfälle wegen momentaner Unaufmerksamkeit zu verzeichnen. Dabei wurden 194 (239) Personen verletzt und 2 (3) getötet.

Nachzulesen bei Verkehrstipp 10 KAPO BE []

 

Das gibt einem doch zu denken, oder?

 

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1:11 – oder warum Sportler ihre Seele verkaufen…

Ohne jetzt auf die zu 99,9 % zur A-Probe übereinstimmende B-Probe zu warten, kann Floyd Landis wohl schon mal in der Zeitung den Stellenanzeiger aufschlagen.

Das normale Verhältnis von Testosteron zu Epitestosteron liegt bei 1.5, der für die Dopingbekämpfung festgelegte Grenzwert wurde von 6 auf 4 gesenkt. Sportler mit erhöhtem Testosteronwert erhalten ein Attest, aber Landis Wert liegt bei absurden 11 und wird von ihm als „natürliche Erhöhung“ ausgegeben.

Komisch ist nur, dass er nach eigener Aussage während der Tour de France bereits neunmal kontrolliert wurde, sein erhöhter Testosteronwert dabei aber niemandem aufgefallen zu sein scheint!

Das im Ausdauer- und Leistungssport geschluckt und gespritzt wird, was das Zeug hält ist ja nichts neues.
Aber es ist mir einfach unverständlich, weshalb überführte Sportler bis zuletzt sich dem Selbstbetrug hingeben und lieber von Verschwörung (Justin Gatlin USA, 100m Läufer, 2005 positiv auf Testosteron getestet), natürlicher Veranlagung (Floyd Landis) oder von Verfahrensfehlern (Tim Montgomery USA, 100m Läufer, 2004 positiv auf THG getestet) reden.

Was treibt einen Landis zur Einnahme einer verbotenen Substanz, die ihn spätestens bei einem Sieg wieder vom Sockel schmeisst?
Ist es der Wunsch, wenigstens einmal für einen kurzen Moment im Rampenlicht ganz oben zu stehen?  Heute ein König!

Nachlese: NZZ – Testosteron – beliebte Ausreden

Oder sind es wirklich nur die lukrativen Verträge der Sponsoren und dadurch der Druck, Leistung zu bringen, koste es was es wolle?

Oder sind es wie im Fall Justin Gatlin die Zwischenhändler, namentlich Trainer Trevor Graham, oder Nahrungsergänzungsmittelhersteller Victor Conte, die ihre naiven Schützlinge missbrauchen, ihnen saubere medizinische Betreuung vorgaukeln und die fetten Erfolgsprämien einstreichen?
Nachlese: NZZ – Anatomie eines Betrugs

Es ist ein Teufelskreis, ohne Spitzensport gibt es keine sportliche Breite, ohne Sponsoring keine Turniere und Wettkämpfe. Aber so lange die Früchte immer höher hängen, wird wohl auch unerlaubte Leistungssteigerung immer ein Thema bleiben.

Welches Denken hinter all diesen Betrügereien steckt, formulierte der 1988 nach seinem Olympiasieg über 100 m mit Anabolika erwischte Ben Johnson so: „Den Leuten ist das egal, den Sponsoren ist das egal. Alles, was sie sehen wollen, ist der schnellste Mann – ober er 9,7 läuft oder 9,8 oder was immer. So funktioniert das, und die Leute müssen damit leben und die Leichtathletik einfach geniessen.“ Ist der Sport wirklich so zynisch?

Nachlese: NZZ – Aufstieg und Fall eines Turboladers
 

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Gelb – Rot oder ein schau(d)erhaftes Wochenende

Nein, ich meine nicht den Kartenregen beim gestrigen WM Spiel Portugal – Holland (16 gelbe und 4 rote Karten, WM Rekord!), auch nicht die kurzen Ampelphasen auf der Wankdorfkreuzung, im Lederkombi auf dem Motorrad bei 32°C im Schatten gleichbedeutend einem Besuch in der Sauna.

Gemeint ist vielmehr die völlig unbrauchbare Wettervorhersage für dieses Wochenende von Bohner, Bucheli und Co., bzw. SF Meteo, MeteoTest oder von mir aus des dem EDI unterstellten MeteoSchweiz.

Für das Gewitter am Samstag gibt’s Gelb, für den Dauerregen danach klar Rot!

Schuld ist das völlig eigenwillige Wetter im Simmental, dass sich so gar nicht an die Einheitsprognose für die Alpennordseite zu halten scheint.
Doch was muss bobsmile in der Samstagsausgabe der BZ lesen: Gemäss unseres im steuergünstigen Gais(AR) eine private Wettervorhersagefirma betreibenden Kachelfrosch, seines Zeichens Klugschweizer beim deutschen Sender ARD, kommt nun ans Licht, dass im Simmental das von unseren Steuergeldern lebende Bundesamt für Meteorologie (- eben MeteoSchweiz -) gar keine Wetterstationen stehen hat. Skandal! bobsmiles Freizeitdomizil steht in einem klimatisch unüberwachten Gebiet! Wie soll man da einen Grillabend im Trockenenen planen?

Wie gerufen kommt mir da die Seite des Bauerngrossisten Landi, bei der ich sogar ein Regionalwetter für eine beliebige Ortschaft abrufen kann. Doch oh Schreck, der Datenlieferant ist wiederum – der geneigte Leser ahnt es schon -, MeteoSchweiz.

Was soll ich nun von einer regionalen Prognose halten, die mir mit siebzig Prozent Wahrscheinlichkeit, eine achzig prozentige Trockenheit hervorsagt, wenn es mich dann hundert prozentig verregnet?

Kein Zweifel, es ist schwierig in den Bergen längere Prognosen als für die Dauer eines Fussballspiels zu machen, aber wenn am Bildschirm und in allen einschlägigen Presseblättern auf der Wetterkarte ein Piktogramm in Form einer alles überstrahlenden Sonne direkt über dem Simmental angebracht ist, dann darf man doch annehmen, dass es abgesehen von einem kurzen Gewitterschauer den ganzen Tag über trocken bleibt. (ein Tag hat 24 Stunden, Anm.d.A.)

War es dann aber ganz und gar nicht! Ab 16:00 quollen die Blumenkohlwolken (O-Ton Kachelfrosch) über ihr Fassungsvermögen und entledigten sich ihrer Last. Das taten sie dann auch bis in die tiefe Nacht hinein und vermiesten so den abendlichen Grillspass.

Der Sonntag war dann wenigstens recht sonnig, doch pünktlich um 16:00 Uhr krochen wiederum die ersten dunklen Wolken hinter dem Rinderberg hervor.
Nicht schon wieder, dachten wir uns und nach einem demokratisch gefällten Familienentscheid packten wir die Würste und Maiskolben zurück in die Kühlbox, verrammelten den Wohnwagen und stiegen ins Auto.
Punkt 17:00 Uhr reihten wir uns bei wolkenlosem Himmel, Sonnenschein und sommerlichen 28°C in die Blechschlange auf der Simmentalstrasse ein. Statt dem von Radio DRS3 in der Sendung „Wetter live“ angekündigten Abendgewitter, wehte hier ein lauer Sommerwind. Allerdings nur im angeblich messstationslosen Niedersimmental, denn in anderen Regionen goss es wie aus Kübeln und nach ersten Schätzungen der Versicherungen verursachten Hagelschauer Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen in der Höhe von sieben Millionen(!) Franken.

Fazit:
Sollte für das Wochenende das Piktogramm auf der Wetterkarte über dem Simmental eine graue Wolke mit Regen zeigen, machen Sie ruhig einen Ausflug aufs Stockhorn, aber vergessen Sie nicht die Sonnencreme mit Schutzfaktor 18 einzupacken oder schauen sie eine Stunde vor Hinfahrt kurz noch auf die Livecam.

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