politsachen

Gegensteuer mit gelungener Adaption

In den letzten Tagen häufen sich die Meldungen, wie Herr und Frau Nationalrätin in spe sich mit Hilfe von PlagiatenAdaptionen tüchtig in Szene setzen.

Während die einen Plakate, oder auch nur die Farbe und drei Buchstaben, anderer Parteien „Missbrauchen“, drehen andere kleine Werbespot(t)s, deren Aufmachung 1:1 abgekupfert wurden.

(Zugegeben, der Masshardsche „Ein M besser“-Spot feat. Hans Stöckli ist nicht schlecht.)

Leider verblassen diese „Spielereien“ neben der mit vor Ausländerhass triefenden Massenplakatierung der finanzstärksten Volkspartei unseres Landes.

Gegensteuer

Ohne jetzt gleich zum Gewerkschafter zu mutieren ;-), finde ich die Inserat-Adaption, mit der die Unia für ihre Kampagne „Ohne uns – keine Schweiz“ wirbt, äusserst gelungen.

Chapaux!

Weitere Aufhänger im Netz:

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Plakativ oder nur naiv?

Die SVP hat Geld. Viel Geld. Und das wird dann in die meinungsbildenden Plakatkampagnen gesteckt. So hängt zum Beispiel direkt neben dem „Masseneinwanderung stoppen“-Plakat auch gleich noch der Ständerat Amstutz, der eben mal die ganze Schweiz repräsentieren will.

Alle anderen haben weniger Geld, und können sich nur Guerillawerbung leisten.

Der Stappi von Bern schnappt sich das SVP Grün und fordert: s.v.p wählt Alexander Tschäppät.
Man muss schon gute Augen haben, um diesen Slogan zu erkennen.
Obwohl, er selber ist ja eher schwerhörig, hatte er doch am Wochenende am Kids-Day den Stadionsprecher nicht gehört, der unmissverständlich aufforderte, auf das Rauchen zu verzichten. Herr Tschäppet paffte zufrieden Zigarre.

Und weiter gehts mit der CVP Frau Simone Curau-Aepli.
Die wandert mal eben auf Kosten der SVP genussvoll durch die Schweiz!

Aus Mangel an Geld für ein eigenes Plakat, wird einfach – ganz im Stil des Guerilla-Marketings – ein bestehendes Plakat überklebt, ein Foto fürs Facebookalbum und ein Video für youtube gedreht. Juristisch heikel, doch für Aufmerksamkeit ist gesorgt. Die unbezahlbare Gratiswerbung bekommt sie allemal.
Obwohl ihr das Wiederherstellen (Überkleben) durch die APG wohl in Rechnng gestellt werden wird.

Nur bei der FDP scheint es mit den richtigen Slogans irgendwie nicht zu klappen.
Die sollen ja sogar von der deutschen NPD abgekupfert haben. (Wie gruselig)


(Bild via 20min.ch)

NPD – klingelt da was?
Genau, das sind doch die, die der SVP die schwarzen Schäfchen geklaut haben.

(bild via persoenlich.ch)

Hier noch eine Schätzung der Wahlbudgets einiger Parteien:
(Quelle BaZ online.ch)

SVP: 15’000’000.- (gut geschätzt, da keine Offenlegung.)
CVP:   3’000’000.-
SP:       1’500’000.-
Grüne:  200’000.-

Weitere Blogs zur Plakatschlacht:

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In Thun kacken Europäer günstiger!

Wir machten letzte Woche einen Ausflug und schipperten mit der nur zu einem Drittel besetzten MS Berner Oberland einen Tag lang über den Thunersee.
Dank Gutscheinen vom „Für dich und mich“-Grossverteiler war sogar für sie & mich die erste Klasse erschwinglich. Das schlechte Wetter schadet momentan der Schifffahrt, aber nicht unserer guten Laune und so genossen wir einen tollen Tag.

Soviel zum Tatort Thun, denn eigentlich wollte ich hier etwas ganz anderes los werden.

Europrofiteure
Momentan grasiert die Europandemie, und wir leiden mit. Eigentlich sollte mit dem Eurosturz auch die schweizer Preise purzeln, doch seit Jahresbeginn wissen wir dank Preisüberwacher Meierhans, dass es zahlreiche Euro-Profiteure gibt, die den Import ihrer Wahre künstlich hoch halten.

Jetzt droht Migros-Chef Bolliger Marken aus dem Sortiment zu nehmen, falls die Zulieferanten ihre Preise, mit der Begründung steigender Rohstoffpreise, sogar erhöhen wollen.

Praktischer Tipp fürs alltägliche Geschäft
Jeder, der sich länger als 2 Stunden im öffentlichen Raum bewegt, muss auch mal für kleine Jungs. Da lohnt es sich, ein paar Euros vom letzten Urlaub im Portemonnaie zu haben.
In Thun kostet bei McClean ein normales Geschäft 1,50 sFr. oder 1 € !
(Aktueller Wechselkurs: 1,15 sFr.)

(Bild via bootsintheoven.com)

Wir Schweizer zahlen aktuell ganze 23% mehr für’s Kacken.
Ob man das jetzt dem Preisüberwacher melden sollte?
Hm, aber der will sich ja wohl auch nicht mit jedem Scheiss herumschlagen müssen. 😀

 

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Was unternimmt ein Berner Grossrat, wenn …

… ihn die Ungewissheit über einen Geschäftsablauf im Gesundheitswesen plagt, er aber keine Lust hat keine Zeit fand, bei den betroffenen Stellen direkt nachzufragen?

Er generiert einen parlamentarischen Vorstoss zum Thema „Wer ist der Nutzniesser, wenn jemand Blut spendet?

Gestern war im 20min Pendlerblatt diese Randnotiz zu lesen:

Und heute hatte ich meinen Plasma-Spendethermin im Apheresezentrum der Insel Bern, wo mir eine völlig aufgebrachte Spendenhelferin ihren ganzen Frust über diesen polemischen Artikel im 20min mitteilte:“Wenn der wüsste, wieviel Gutes mit diesem Blut erreicht werden kann.“

Im Moment hat es nämlich gesamtschweizerisch nicht genug  Thrombozyten (Blutplättchen, zuständig für die Blutgerinnung) für Herzoperationen und Chemotherapien von Leukämie erkrankten Patienten, so dass die Ärzte sich zum Teil sogar entscheiden müssen, wer gespendete Thrombozyten erhält und wer noch warten kann/muss. (sic!)

Da ich für die Thrombozytenspende geeignet bin, sagte ich spontan zu, statt nur Plasma zu spenden (45 min.),  1 Stunde länger zu bleiben und auch ein paar Thrombozyten da zu lassen. 😉

Doch zurück zum eigentlichen Thema:

Andreas Hofmann, pensionierter Gymniasial Lehrer (67), seit 1998 für die SP im Bernischen Grossen Rat, hat also seit langem ein ungutes Gefühl, was denn mit dem gespendeten Blut alles so angestellt wird und spendet darum seit längerem kein Blut mehr.
Schauen wir uns also seinen Vorstoss (hier das offizielle öffentliche Dokument) etwas genauer an:

Vorstoss-Nr:  110-2011
Vorstossart:  Interpellation

Eingereicht am:  28.03.2011

Eingereicht von:  Hofmann (Bern)

Weitere Unterschriften:  0

Dringlichkeit:

Datum Beantwortung:
RRB-Nr:
Direktion:  .

Wer ist der Nutzniesser, wenn jemand Blut spendet?

Ich habe in meinem Leben sehr viel Blut gespendet. Von kleinen Irritationen, wie etwa feh-
lenden Veloparkplätzen beim Blutspendezentrum, liess ich mich nicht abschrecken.
[…]

Moment mal! Was soll denn jetzt dieser themenfremde Seitenhieb? Also ich bekam sogar einen PW Parkplatz beim Apharesezentrum reserviert.  😉

Im Laufe der Zeit wusste ich immer weniger, was mit meinem gespendeten Blut eigentlich
geschieht. Es war  zwar  immer noch das SRK, das  für die Blutentnahme  zuständig war,
aber sonst war wenig klar.  Ich hatte  immer stärker den Eindruck, dass mit „meinem“ Blut
private Geschäfte getätigt werden.

Aber klar doch, woher sollen sonst die Zutaten für die Medikamente für Bluter kommen? Menschliches Plasma lässt sich nicht künstlich herstellen und wächst auch nicht auf den Bäumen.

Ich habe mal gehört, dass …

„Einspruch, Hörensagen“, rief der Verteidiger. „Stattgegeben“, antwortete der Richter.

… in den USA die Spender/-innen  fürs Blutspenden bezahlt werden,was
allerlei negative Auswirkungen hat.

Genau aus diesem Grund wird den Frischblut-Spendern auch nur eine kleine Entschädigung, meist  in Naturalien entrichtet (Sandwich, Kaffee, Schokoriegel, usw.)

Mir  schien das  schweizerische System mit den Gratisspenden besser.
Es  ist  jedoch möglich, dass die oben festgestellte „Amerikanisierung“
der  Blutverarbeitungswirtschaft  mit  der  Zeit  auch  eine  „Amerikanisierung“  des
Spendewesens  zur  Folge  haben wird. Das wäre  schade.

Also im Klartext, wenn das Blut an Drittfirmen verkauft wird, sollte gefälligst der Spender auch profitieren, das wäre dann aber schade.
Genau aus dem Grund, dass die Qualität des Blutes hoch bleibt, ist die Spende eben freiwillig.

Aber wie ist das nun mit dem Verkauf von Blutprodukten an Gewinnorientierte Unternehmungen?
Gemäss Recherchen von bobsmile.ch wird nur der überschüssige Anteil, den die Spitäler nicht benötigen, an Pharmaunternehmen verkauft. Denn CSl Behring unterhält selber über 70 Plasmaspendezentren, die alle von der Tochtergesellschaft CSL Plasma betrieben werden. Acht von ihnen befinden sich in Deutschland, die anderen in den USA.

Es wird  jedoch  immer  stärker beklagt, dass es bei den Blutspenderinnen und Blutspendern an Nachwuchs fehle.

Deshalb werden momentan auch intensive Kampagnen für die Motivation zur Blutspende geführt.

Wenn man mich davon überzeugen kann, dass Blutspenden  tatsächlich immer noch vollständig der Allgemeinheit zukommen, werde  ich wieder neu mit Blutspenden beginnen. Dazu braucht es jedoch wesentlich mehr Transparenz.

Diese Aussage ist leider falsch, denn hätte Herr Hofmann einen Blick auf die aktuelle Kampagne meinlebendeinblut.ch geworfen, hätte er gesehen, dass man nur zwischen 18 und 60 spenden kann.

Da Herr Hofmann seit mindestens sieben Jahren nicht mehr gespendet hat, frage ich mich: Warum unternimmt er erst jetzt einen parlamentarischen Vorstoss gegen sein „ungutes Gefühl“?

Ich habe die heutige Thrombozytenspende gut überstanden, dafür gab’s

  • 30 Fr. Spesenentschädigung,
  • ein Sandwich,
  • ein Mineralwasser,
  • ein Ragusa,
  • einen Nussgipfel,
  • eine Rolle Traubenzucker
  • und das gute Gefühl, einem anderen Menschen möglicherweise das Leben gerettet zu haben!

Unterstütze auch du die Kampagne Mein Blut Dein Leben, und melde dich zur Spende an.
Geschäftemacher finden sich in jeder gemeinnützigen Branche, aber zu aller erst brauchen die Spitäler jetzt Nachschub an frischem Lebenssaft. 😀

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Komiker zu 35 Jahren Haft verurteilt

Viktor Giacobbo wegen Witz über Bundesrat für 35 Jahre in Haft.

Unmöglich sagen Sie? Vielleicht in der Schweiz, nicht aber in Burma!
Jetzt die ganze Geschichte erfahren und helfen:

 

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Spät eintreffendes Wahlmaterial – Schlamperei oder Kalkül?

Am Sonntag, 13. Februar standen die beiden ProtagonistInnen für die Stichwahl in drei Wochen fest. Also, die Platzhalter in der Vorlage mit den zwei richtigen Namen und Fotos füllen, Druckmaschine anwerfen und ab auf die Post.

Doch leider gab es wohl einen kleinen Engpass beim Zusammenstellen des umfangreichen ( 😉 ) Wahlmaterials.

Wie ist es zu erklären, dass Druck und Versandt von zwei Wahlzetteln und einer Ausweiskarte so lange dauert?

[…]Die Unterlagen seien den Gemeinden am vergangenen Mittwoch, 23. Februar, zugestellt worden, erklärte Beater Meier, Leiter Wahlen und Abstimmungen. Danach hätten die Gemeinden das Material verpackt und verschickt.[…]
(Quelle: derbund.ch – newsnetz)

Aha, die Gemeinden waren also eigentlich ganz fix beim Verpacken. Warum wurde also das Material so spät zugestellt? Ging die Druckerfarbe aus? Weilte der Layouter noch in der Skiwoche? Oder wurde ganz bewusst Dienst nach Vorschrift gemacht?

Das Wahlmaterial muss spätestens fünf Tage vor dem Wahltag bei den Stimmberechtigten sein.

Wieviele abstimmungswillige Stimmbürger werden nun wohl die Stichwahl verpassen? Und wievielen kommt diese Ausrede gar nicht so ungelegen? 😀

[Update: 01.03.2011]
Ein Auslandschweizer hat bereits Stimmrechtsbeschwerde eingereicht.

 

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Seine Frau hat alles richtig gemacht.

Was man von Herrn GabrielPoncet selber nicht gerade behaupten kann.


(Bild: newsnetz/derbund.ch)

Meldungs-Auszug  derbund.ch
Der Architekt und SVP-Kantonsrat aus dem waadtländischen Vich fiel auf einen üblen Trick herein: Im vergangenen Herbst informierten angebliche Bankangestellte den Schweizer über Millionensummen auf einer Bank in Togo, hinterlassen von einem gewissen Patrick Poncet, der vor Jahren gestorben sei. […]

Abgesehen davon, dass bereits seit Jahren immer wieder über die Nigeria-Connection berichtet wird, liess sich SVP Politiker Poncet,  (O-Ton) „von seiner Neugier und Abenteuerlust getrieben“ auf den Handel ein und flog ohne weitere Abklärungen nach Togo! Dort wurde er dann auch prompt „entführt“ und mit einer millionenschweren Lösegeldforderung konfrontiert.

Noch mal gut gegangen.

Die Entführer waren zum Glück keine Unmenschen und liessen sogar mit sich verhandeln. Herr Poncet kann sich bei seiner Frau bedanken, die  ihren Mann durch cleveres Vorgehen aus der „dummen“ Sache rausgeboxt hat.

Hoffentlich hat sie ihm bei seiner Rückkehr auch ordentlich den Hintern versohlt ins Gewissen geredet.
😉

More connection stuff:

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Die Waffeleiseninitiative (Glosse)

Noch etwas schläfrig sehe ich zu, wie die Maschine mit viel Getöse heisses Wasser durch eine „What else“ – Kapsel drückt, als aus dem Besenschrank ein lautes Rumpeln zu hören ist.
Die Tür fliegt auf und heraus tritt froh gelaunt ein altbekanntes Gesicht.
Schwarze, mit einem blauen Kopftuch gezähmte Haare, eine Selbstgedrehte im linken Mundwinkel und ein Staubwedel in der Rechten.
„Hallöchen“, flötet Frau Wetterfest und grinst mich an.
„Gibt’s auch ’ne Tasse für mich?“
Etwas dümmlich stehe ich mit offenem Mund da. Seit Frau Wetterfest auf den alten Wasserturm gezogen ist, hat sie nicht mehr so oft, nein, eigentlich nie mehr meine Bloghütte besucht.
Früher standen wir oft zusammen in der Küche und quatschten über Blognachbarn, virtuelle Tupperware-Einladungen (‚Facebook: Heidi möchte deine schielende Freundin sein …‘) und sonstiges Netzgezwitscher.

„Öh, klar, nehmen Sie gleich meine Tasse“, finde ich meine Sprache wieder.
Frau Wetterfest steckt sich ihre kalte, filterlose Zigarette hinters Ohr und schnappt sich die gefüllte Tasse.
Schlürfend geniesst sie den dampfenden Kaffee. Ich bestücke derweilen die Maschine mit einer neuen Originalkapsel, da Migenner ihr Generika vorerst nicht mehr verkaufen darf.
Ich rate nach dem Grund ihres plötzlichen Erscheinens.
„Wird ihr Wasserturm abgerissen und sie möchten wieder bei uns unterm Dach wohnen?“
„Nöö“, lacht Frau Wetterfest, „der Turm ist klasse, da bleibe ich erst mal, diese Aussicht ist unbezahlbar.“
Sie kramt ein kleines Döschen aus der Schürze und streut sich etwas Tabak auf einen Streifen Papier.
Die parkierte Zigarette hinter dem Ohr hat sie anscheinend bereits vergessen, Frau Wetterfest wird doch wohl nicht schusselig auf ihre alten Tage?
Ja, wie alt ist sie eigentlich?

„Ich muss nach Bern ins Zeughaus, mein Waffeleisen abgeben“, vollendet Frau Wetterfest ihre Antwort.
„Wie bitte?“
„Na ja, wenn die Waffel-Initiative angenommen wird, dann darf man sein Waffeleisen nicht mehr im Schuhschrank aufbewahren.“
„Ich glaube, Sie haben da was falsch verstanden. Es geht um Waffen, nicht um Waffeln!“
Frau Wetterfest runzelt die Stirn, klemmt sich die zweite Zigarette zu der ersten und pfiff durch die Zähne.
„Das ist aber blöd, was mache ich jetzt mit meinem alten Waffeleisen?“
„Äh, wie wär’s mit Waffeln?“

Gesagt, getan.
Dazu müssen wir aber Frau Wetterfests Waffeleisen aus schwarzem Stahlguss ökologisch unverantwortlich im Elektroofen bei 250°C erhitzen, und nun sind wir bereits voll im Thema einer anderen Abstimmungsvorlage

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Roche Burgdorf ? Ist doch nur ein Standort, oder?

Frei nach Gölä: Die Weste Schwans, so weiss wie Schnee.

Roche CEO Severin Schwan

Sein Jahresgehalt von 13 Mio(!) bestimmt der Verwaltungsrat und die Schliessung des florierenden Werkes in Burgdorf begründet er mit :

O-Ton Schwan:
„Eine proaktive Massnahme aus einer Position der Stärke“

Wohl eher eine provokative Massnahme vor Weihnachten auf Kosten der Schwachen!
🙁

Da zeigt sich wieder einmal, nichts ist sicher, und Jobs schon gar nicht.
Wer hätte im Herbst geglaubt, dass das im September angekündigte Umstrukturierungspaket das florierende Burgdorfer Werk betreffen würde.

Bei Multis ist kein Platz für Einzelschicksale. Die Rendite muss maximiert werden, ansonsten gibts von den Aktionären eins auf den Deckel!
Deshalb hat die überraschende Nacht und Nebelaktion mit der vor Arroganz triefenden Bezeichnung „Operational Excellence“ die Cüppli nippende Shareholder Zunft beglückt.

Schlagende Zeilen mitten ins Herz der Betroffenen:
Roche-Genussschein nach Bekanntgabe des Stellenabbaus im Aufwind.“ (DerBund.ch)

Genussscheine?
Ich denke da spontan an Cüppli-Lunchbons für die Aktionäre!
(->wiki: Genussrecht)

Wie pervers klingen wohl solche Worte und Schlagzeilen in den Ohren der betroffenen Mitarbeiter und deren Familien?
Regierung, wie Angestellte (vom Büetzer bis hoch zum Geschäftsführere Stefan Aebi) wurden mit dieser Ankündigung überrumpelt.

Fairplay ist anders!
Und die für die „Operational Excellence“ strategisch noch wichtigen Mitarbeiter in Burgdorf, werden sich möglicherweise daran erinnern! 😉

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Selbstdemontage einer Integrationsfigur

Schade

Wenn der Leistungsausweis schon mager ausfällt, die Verfehlungen naiv heruntergespielt werden und geäusserte Absichtserklärungen sich drehen wie Fähnchen im Wind, so ist das sture Festhalten an der Macht am weichen NR-Sessel wohl nur die logische Folge.

Schade …
… um den „kulturellen Farbtupfer“ im Parlament, denn es gäbe da noch andere, auch ohne grossen Leistungsausweis mit weit weniger Symbolik.

Schade …
… um einen Politiker, der fliessend 9 Sprachen, darunter verschiedene Afrikanische Dialekte spricht, der  Hoffnung und Vorbild für viele Migranten darstellt, und ihnen aufzeigte, dass alles möglich ist, wenn Sie wirklich wollen.

Schade aber auch …
… um die verpasste Chance, Fehler einzugestehen und mit aufrechtem Haupt die nationale Bühne zu verlassen.
[Im SP-Drehbuch steht da: Abgang nach Links].

Mit der Anfechtung des Urteils, und der Weigerung als NR zurückzutreten, leistet Herr Lumengo seiner einzig starken Kompetenz, die Förderung der Integration Benachteiligter als Gallionsfigur gewisser Minderheiten, einen Bärendienst.
Zumal er damit auch dem rassistischen „Lumengo-Bashing“, allen voran der Autopartei (ja, die gibt’s noch) voll in die Hände spielt.

O-Ton Lumengo auf 24heures vom März 2010 :
„Je rêve d’être un parlementaire ordinaire.“

Schade, nun ist der Traum wohl zu Ende.

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