19 Okt 2009

Der "gerettet" Bund – kleines Fazit zum Relaunch

Erstellt von bobsmile

(via klartext.com)

(via klartext.com)

Nachdem “meine Tageszeitung” nun irgendwie “gerettet” wurde, war ich nach der ersten Ausgabe vom 15.10.2009 zunächst angenehm überrascht.

Freude:
Der Bund wirkt dank 5 Spalten aufgeräumter, hat den Kommentar immer noch auf der ersten Seite (was andere nicht geschafft haben), beinhaltet gut recherchierte Artikel, unter anderem von (dem eigentlich entlassenen?) Walter Däpp zum Gäbelbachumbau, oder lieb gewonnene Kolumnen wie die vom gar nicht so stillen Has Endo Anaconda. Auch der täglich mitgelieferte “kleine Bund” als 4. Faszikel macht Freude.

Augenreiben:
Leider gibt es auch Wermutstropfen, zum Beispiel sind Kommentare nicht mehr so rasch wie vorher (durch die kursive Schrift) als solche erkennbar. Auch ist die zarte und enge Schrift in den die Artikel ergänzenden “Kästen” kaum lesbar. (In meinem Alter brauche ich dazu eine 100 Watt Leselampe und  eine Kiosk-Leselupenbrille). Auch ist die Wetterseite so was von farblich überladen, dass man drei bis vier Mal hinschauen muss, wie denn nun das Wetter werden soll.

Ernüchterung:
Nach kurzem Überfliegen der heutigen Ausgabe beschleicht mich ein Gefühl der thematischen Ausdünnung. Belanglose Themen im Regionalteil und ein für mich nicht akzeptabler Lapsus: Die Wetterseite ist vom Samstag (!)
Obwohl die wichtigste Nebensache der Welt, da wurde eindeutig beim Redigieren geschlampt. Eine Folge des Kahlschlags in der Redaktion?

Ok, ich will jetzt hier nicht rummosern, auch Politiker werden erst nach 100 Tagen im Amt  beurteilt, obwohl manche allein für Absichtserklärungen bereits den Nobelpreis erhalten. ;-)

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4 Responses to “Der "gerettet" Bund – kleines Fazit zum Relaunch”

  1. Naja, das neue Layout ist meiner Meinung nach wirklich keine Augenweide, und muss halt in Kauf genommen werden. Dagegen habe ich den Eindruck, dass zumindest die kulturelle Berichterstattung an Umfang gewonnen hat. Auch die Leistungen auf dem Internet (Agenda, epaper) haben sich deutlich verbessert. Und das wichtigste an allem, es gibt auf dem Platz Bern immer noch zwei Tageszeitungen, womit bei der regionalen Berichterstattung nach wie vor eine wichtige Konkurrenz herrscht.

     

    Harald Jenk

  2. Stimmt, somit hoffe ich, dass sich mein erster subjektiver Eindruck täuscht und man nach 100 Tagen ein deutlich besseres Fazit ziehen kann.

    Konkurrenz ist immer gut, wenn auch unter dem selben Dach. Das Internetangebot kann ich noch nicht nutzen, habe meine Abonummer verschlampt und muss nun auf die nächste Rechnung warten … ;)

     

    bobsmile

  3. Auch ich finde eine «zweite» Stimme im Printmedienbereich im Staate Bern ist das Wichtigste. Nur nicht das Feld dem «Berner Blick» überlassen. Da nehm ich auch ein paar unschöne Dinge, wie die Schrift, welche 1899 modern war, in Kauf. An die überfüllte Wetterseite (den vom Samstag am Montag hab ich auch gesehen *hihi) werden wir uns gewöhnen. Ist eine typisch menschliche Reaktion und kommt von unserem Veränderungsvermeidungsverhalten. Die Börsenseite hatte sogar einen positiven Effekt. Jetzt habe ich mich nämlich definitiv beim Augenarzt angemeldet …

     

    René Moser

  4. Danke für deine Einschätzungen.
    Und bei der Börsenseite musst du deinen Augen leider trauen, die to-big-to-fail-Institute fahren bereits tatsächlich wieder satte Gewinne ein.

     

    bobsmile

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